anlw Comments http://anlw.blogsport.de Sun, 17 Dec 2017 07:24:55 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 by: tee http://anlw.blogsport.de/2011/08/18/mobiaktionen-und-news-zum-20-08/#comment-1021 Fri, 19 Aug 2011 17:30:15 +0000 http://anlw.blogsport.de/2011/08/18/mobiaktionen-und-news-zum-20-08/#comment-1021 mist, falscher link. hier der richtige: http://media.de.indymedia.org/images/2011/08/314182.jpg mist, falscher link. hier der richtige: http://media.de.indymedia.org/images/2011/08/314182.jpg

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by: tee http://anlw.blogsport.de/2011/08/18/mobiaktionen-und-news-zum-20-08/#comment-1020 Fri, 19 Aug 2011 17:25:31 +0000 http://anlw.blogsport.de/2011/08/18/mobiaktionen-und-news-zum-20-08/#comment-1020 das banner hing übrigens bis heute früh, also einen ganzen tag. nachmittags jedoch war's dann weg. ausnahmsweise finde ich das sogar gut, steht schließlich "gegen jeden nationalismus" <a href="http://de.indymedia.org/icon/2011/08/314182.jpg">drauf</a> und war sehr gut für sehr viele menschen sichtbar. das mobivideo hingegen ist schrecklich und zeigt die andere seite der leipziger antifas. das banner hing übrigens bis heute früh, also einen ganzen tag. nachmittags jedoch war’s dann weg. ausnahmsweise finde ich das sogar gut, steht schließlich „gegen jeden nationalismus“ drauf und war sehr gut für sehr viele menschen sichtbar.

das mobivideo hingegen ist schrecklich und zeigt die andere seite der leipziger antifas.

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by: dreeeeesdeen http://anlw.blogsport.de/2010/01/29/leipzig-goes-dresden/#comment-72 Sun, 21 Feb 2010 13:31:44 +0000 http://anlw.blogsport.de/2010/01/29/leipzig-goes-dresden/#comment-72 Müde Antifas, enttäuschte Nazis, Trauerkerzen für die deutschen Opfer, Ball spielende Polizisten. Unsere Reporter berichten über den 13. Februar in Dresden. von Anna Goldschmidt, Tanja Röckemann, Andreas Speit, Michael Bergmann und Aldo Regen Drucken»Wir sind ein Fest!« Die Antifa »Alle Leute, die schon eine Karte haben, gehen bitte mal nach hinten! Sonst ist das Durcheinander hier einfach groß!« Der junge Mann, der in das Megafon schreit, ist ziemlich gestresst. Die O2-Arena und einige Straßenlaternen sind die einzigen Lichtquellen. Die Leute mit den verschlafenen Gesichtern, die sich an diesem Samstag um fünf Uhr früh an der O2-Arena in Berlin versammelt haben, stehen nicht an, um Tickets für das »Frühlingsfest der Volksmusik« zu kaufen, sondern um in einen Bus nach Dresden zu steigen. Einige Leute befinden sich geistig offenbar noch in der Tiefschlafphase, andere unterhalten sich bereits angeregt. Gegen halb sechs haben alle ihren Platz in den verschiedenen Bussen gefunden und der Konvoi kann endlich abreisen. Im Bus ist es laut und anstrengend. Neben Heldengeschichten von vergangenen Demonstrationen werden vermeintliche Witze erzählt, die etwa so anfangen: »Deine Mutter ist so fett, dass …« »Linksextremisten« in Aktion. Sitzblockade des Bündnisses »Dresden nazifrei« (Foto: PA/dpa/lsn/Jan Woitas)Um acht Uhr ist es dann so weit. Eine Frau schnappt sich das Mikro und kündigt an: »Also, wir sind jetzt gleich da! Wenn wir ankommen, stürmt ihr alle sofort aus den Bussen. Zieht euch schon mal an! Wir wollen den Bullen keine Möglichkeit bieten, uns durch überlange Kontrollen aufzuhalten.« Die Stadtpläne, die vorher im Bus verteilt wurden, und eine blau-rote Flagge sollen den Berlinerinnen und Berlinern den Weg zu ihrem Blockadepunkt weisen. Wir machen uns auf dem Weg. Bereits nach 300 Meter ist die erste mit Helmen und Pfefferspray ausgestattete Menschenkette zu erkennen, die mit dem Sprechchor begrüßt wird: »BRD – Bullenstaat, wir haben dich zum Kotzen satt!« Nach einer Weile gelingt es einigen wenigen, die Kette zu durchbrechen und den Blockadepunkt zu erreichen. Die Polizei setzt sofort die Knüppel ein. Eine junge Frau mit roter Jacke und Mütze bricht in Tränen aus, sie wurde im Gesicht erwischt und verlässt die vorderen Reihen. Ein übereifriger Polizist empfindet selbst einen Baum auf dem Mittelstreifen der Straße als störend und verpasst ihm links und rechts eine. Wenig später ist die Sperrung aufgehoben. Am Blockadepunkt an der Hansastraße stehen bereits Hunderte Menschen. Einige lungern auf Stahlträgern, andere vertreiben sich die Zeit mit Schneeballwürfen auf die Polizei, der Rest versucht, Kälte und Müdigkeit zu ignorieren. Aus dem Megafon ertönt eine Durchsage: »Wir brauchen noch Verstärkung! Aber wenn wir es bis 14 Uhr aushalten, haben wir gewonnen! Wir sind ein Fest!« Zwei Helikopter kreisen permanent über dem Blockadepunkt, während eine Gruppe von Trommlern mit rosafarbenen Glitzerkostümen und riesigen Puppen für Stimmung sorgen soll. Nicht bei allen kommen sie gut an: »Die Figuren sind hässlich, und das Getrommel kotzt mich an! Und dann noch dieser Hubschrauberlärm!« beschwert sich jemand. Wenig später ändert sich die Stimmung: »Also, wenn du Bock auf Action hast, komm mit in Richtung Albertplatz!« ruft ein etwa 16jähriger, der an mir vorbeirennt, euphorisch. Zu meiner Rechten entwickelt sich dichter Qualm, zu meiner Linken liegt ein umgeworfenes Auto, an der Heckscheibe pappt ein NPD-Aufkleber. Angeblich soll der Albertplatz geräumt werden, viele Demonstranten ziehen sich schon mal sorgfältig den Schal über die Nase. Auf der Höhe des Dammwegs brennt eine Barrikade, einige posieren triumphierend mit erhobenen Armen für die Pressefotografen. Einige Anhänger der Gewerkschaft Verdi finden die Barrikaden gar nicht cool. »Wir sind friedlich, was seid ihr?« rufen sie erzürnt. Die Polizei beginnt nach und nach, den Dammweg zu räumen und drängt die Menschen unter Einsatz von Pfefferspray und Knüppeln von der Kreuzung. Ein Mann mit einem Welpen auf dem Arm stellt sich direkt vor die Polizei und fragt: »Können Sie das mit Ihrem Gewissen vereinbaren?« Er bekommt seine Antwort in flüssiger Form. Einige hundert Meter weiter rennen etwa 200 Nazis auf linke Demonstranten zu. Ein Sanitäter und eine junge Frau werden mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Nach kurzer Zeit trifft die Polizei ein. Zu diesem Zeitpunkt ist längst klar: Die Nazidemonstration wird nicht stattfinden. Das war das Ziel des Tages. Es gehen noch einige Scheiben zu Bruch, Barrikaden brennen und Verletzte werden von Sanitätern behandelt. Um 17.30 Uhr findet eine spontane Demonstration statt, die von der Hansastraße bis zum Sammeltreffpunkt geht, wo die Busse für die Rückkehr warten. Allmählich entspannt sich die Situation, die Masse feiert sich selbst. Nur die Polizei, die die Marienbrücke und somit den Weg zu den Bussen versperrt, schmälert den Spaß. Zwei Stunden später erreicht auch der letzte Bus den Sammeltreffpunkt. Ein junger Mann mit Wodkaflasche sorgt noch einmal für Ärger und wird gebeten, den Bus zu verlassen: »Dann geh ich eben! Ich geh’ einfach zum anderen Bus, der Busfahrer ist auch besoffen!« Anna Goldschmidt Ein Herz für Dresden. Die Bürger An der Frauenkirche empfängt mich das untrügliche Zeichen öffentlicher deutscher Geselligkeit: der Geruch von Bratwurst. In Sichtweite der Fressstände befindet sich eine Reihe händchenhaltender Menschen, die sich quer über den Platz neben der Frauenkirche zieht. Es ist die erste große Veranstaltung im Rahmen der offiziellen Gedenkfeierlichkeiten zum 65. Jahrestag der Bombardierung Dresdens: die »Menschenkette für Frieden, Demokratie und Menschenrechte«. Ein begeisterter Teilnehmer fasst den Zweck des Ganzen mit den treffenden Worten zusammen: »Es geht um ein stilles Gar-nichts-Tun.« Hierin ist er sich vermutlich einig mit den Pfadfindern für die Freiheit, die einige Meter weiter ihr Transparent hochhalten, und vielleicht auch mit Amnesty International und dem DGB nebenan. Obwohl die deutlich sichtbaren Gewerkschaftsfahnen für ihn eigentlich schon den Rahmen sprengen: »Politische Transparente sind hier fehl am Platz.« Das klingt logisch, schließlich stellt die Menschenkette in der Altstadt die Alternative zu den »extremistischen« Protesten gegen den Naziaufmarsch in der Neustadt dar. Hier, kilometerweit entfernt von der Naziroute, ist also alles möglich: Engagement gegen Nazis zeigen, der deutschen Opfer gedenken und gleichzeitig ein Volksfest feiern. Und alles selbstverständlich in guter bürgerlicher Manier, ganz und gar unpolitisch. Eine kleine Gruppe ist der Einladung der Gesellschaft zur Förderung der Frauenkirche zum Spaziergang entlang »authentischer Orte« in der Dresdener Innenstadt gefolgt. Es ist eine Handvoll Leute, obwohl Gunther Emmerlich, einst Entertainer in der DDR, durchs Programm führt. Ältere Christdemokraten in gediegener Kleidung legen im Gänsemarsch und von der Polizei eskortiert den Weg von der vierten zur fünften Station des »Gedenkwegs« zurück. Vor dem Denkmal, das an die 1945 zerstörte Sophienkirche erinnert, bleiben sie stehen. Die Schuld an dem nicht erfolgten Wiederaufbau trägt praktischerweise die SED, und so hat Gunther Emmerlich die Gelegenheit, »an die Toten in der verwüsteten Stadt, an den Missbrauch der Macht« durch »zwei politischen Systeme« zu erinnern. Das Publikum nickt blöd. Im Hintergrund sind Rufe zu hören: »Deutsche Täter sind keine Opfer!« Sofort drängen Polizeibeamte die Demonstranten in einen Hofeingang, die Irritation über die Störung ist augenblicklich vergessen. Auf dem Weg zur nächsten Station erzählt ein altes Ehepaar: »Gedenken kann man schon mal. Vor allem in Zeiten der Krise. Da rücken alle ein bisschen zusammen.« »Stilles Gar-Nichts-Tun«. Die Menschenkette vor dem Dresdner Rathaus (Foto: PA/dpa/lsn/Ralf Hirschberger)Diejenigen, die gegen Abend zu der Gedenkveranstaltung »Wahrhaftig erinnern – versöhnt leben« an der Frauenkirche kommen, wirken so, als ginge es für sie an diesem Tag tatsächlich nur um die Erinnerung an die Bombardierung und um das Betrauern der Deutschen als Opfer. Die Stimmung ist ernst, viele Leute tragen Kerzen oder Grablichter, auf der Bühne singt der Kammerchor der Frauenkirche. Dann beginnen die Ansprachen. Und hier zeigt sich, dass sich doch etwas verändert hat in Dresden. Die Zeitzeugen, die von ihrem Leiden berichten, und die Oberbürgermeisterin Helma Orosz verweisen jeweils deutlich darauf, dass die Bombardierung der Stadt eine Folge des deutschen Angriffs- und Vernichtungskriegs war. Als einige wenige Linke, die sich in der Menge verteilt haben, anfangen, mit Sprechchören und Taschenalarm zu stören, wird es unruhig. Der Slogan »Deutsche Täter sind keine Opfer« stößt hier nicht gerade auf Begeisterung und veranlasst einige aufrechte Bürger zu wüsten Beschimpfungen der Störenfriede. Aber deutlich wird trotzdem: Für eine wirklich treffende Kritik muss sich die Linke den modernisierten bürgerlichen Gedenkdiskurs erst noch erschließen. Tanja Röckemann »Jetzt erst recht!« Die Neonazis »Ruhm und Ehre der Waffen-SS« dröhnt laut durch den Neustädter Bahnhof. »Nationaler Sozialismus, jetzt, jetzt, jetzt!« rufen die Rechtsextremen. Das Gebrüll im Bahnhof des Dresdener Stadtteils kann ihre Enttäuschung aber nicht übertönen. Der »Trauermarsch« an der Elbe, den die Junge Landsmannschaft Ostdeutschland (JLO) verantwortet, findet an diesem Samstag nicht statt. Leise sagt ein Kamerad einer Kameradin am Rande der brüllenden Gesinnungsfreunde: »So änna vordammde Scheiße hieor.« Zustimmend meint sie: »Ja, des iss waa.« Keine 30 Minuten zuvor skandierten rund 6400 Neonazis auf dem Schlesischen Platz vor dem Bahnhof: »Die Straße frei der deutschen Jugend«, doch die letzte Ansage der Polizei war bereits erfolgt: »Sie werden nicht marschieren. Für die Sicherheit der Teilnehmer kann nicht garantiert werden.« Holzstöcke, Flaschen und Böller fliegen auf Polizisten und Journalisten. Vereinzelt versuchen Neonazis, die Polizeigitter zu überwinden. Nur mit Mühe können die Ordner der JLO ihre Kameraden zurückdrängen. Über die Lautsprecheranlage schimpft der stellvertretende Bundesvorsitzende der JLO, Björn Clemens: »Eine Polizeiarmee missachtet unser vor Gericht erstrittenes Recht zu demons­trieren.« Recht muss Recht bleiben, meint der Düsseldorfer Rechtsanwalt, der zuvor noch Straffreiheit für den Holocaust-Leugner Horst Mahler gefordert hatte. Vom »Bombenholocaust« spricht Kai Pfürstinger, der sächsische Chef der JLO, unter nicht minder großem Applaus, bevor auch er anfängt, über die Gegendemonstranten und die Polizei zu klagen. Auf dem Platz kommt keine gute Stimmung auf. Da hilft es auch nichts, dass Kameraden an einer Theke warme Getränke und heißes Essen anbieten. Die NPD-Prominenz – Holger Apfel, Udo Pastörs, Uwe Meenen und Peter Marx – steht verstimmt herum. Enttäuscht warten Autonome Nationalisten neben völkischen Kameraden. Nicht zufrieden schauen auch die Initiatoren des neurechten Instituts für Staatspolitik Götz Kubitscheck und Ellen Kositza drein. Sie sehen sich als Opfer. »Nationale Deutsche« hätten sich durch die Blockaden nicht einschüchtern lassen, ... (Foto: Boris Bocheinski)Kurze Freude kommt aber unter den Teilnehmern auf – von denen einige aus Schweden, Dänemark, der Slowakei, Österreich und Frankreich angereist sind –, als sie erfahren, dass »Kameraden sich den Weg zu uns erkämpft haben«. Von der Straßenbahnhaltestelle Wilder Mann sind über 3 000 Neonazis zum Schlesischen Platz gezogen. Der Gegenprotest zwingt sie, ihre Busse stehen zu lassen. Auf der Route zur Kundgebung greifen die Rechten allerdings immer wieder Demons­tranten an. Sie selbst sprechen später von »Notwehr«. »Bitte gehen Sie einfach, wir kriegen das nicht hin«, sagt hingegen ein Polizeibeamter warnend zu Journalisten. Einer, der in diesem Trupp mitmarschiert, das NPD-Bundesvorstandsmitglied Thomas Wulff, droht am Ende der Kundgebung: »Um 18 Uhr fahren unsere Busse ab. Wenn man uns nicht zu ihnen durchlässt, werden unsere Kameraden ausschwärmen und dafür sorgen, dass die Polizei in Dresden heute Nacht keine Ruhe hat.« Um die Abreise muss er sich aber keine Sorgen machen, denn per Bahn dürfen die Neonazis gemeinsam von der Neustadt zu einem Abfahrtspunkt fahren. Wulffs Worte dürften dennoch einige ermuntert haben. Am Abend ziehen 400 Rechtsextreme in Pirna durch die Stadt und greifen ein Bürgerbüro der SPD an. In Gera nimmt die Polizei 183 Rechte fest, die dort aufgelaufen sind. In Leipzig und Elterwerda sollen Rückreisende ebenso spontan aufmarschiert sein. Siegesgerede kommt nach der Niederlage an der Elbe bisher aber nicht auf. Auf der Website der JLO heißt es knapp: »Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern für ihren beispiellosen Einsatz und ihr diszipliniertes Auftreten.« Der Presse erklärt Pfürstinger, rechtliche Schritte zu erwägen, räumt jedoch auch ein, über einen Strategiewechsel nachzudenken. Er versichert aber: »Wir werden Dresden nicht als Aufmarsch in Frage stellen.« Bis 2015 stehen die Anmeldungen. Apfel, dessen sächsische Landtagsfraktion den »Trauermarsch« massiv unterstützte, verspricht auch: »Keiner soll allerdings glauben, dass sich nationale Deutsche durch die diesjährige Behinderung einschüchtern lassen.« »Jetzt erst recht« sei das neue Motto. Doch der NPD-Fraktionschef erklärt sogleich, dass der »Vorbereitungskreis über neue Formen der Durchführung« nachdenken müsse. ... erklärte Holger Apfel nach dem gescheiterten Aufmarsch der Neonazis (Foto: Boris Bocheinski)Andreas Speit Überfordert. Die Polizei Etwa 7 400 Polizisten waren am Wochenende in Dresden im Einsatz. Nach der staatlichen Repression gegen das Bündnis »Dresden nazifrei« in den vergangenen Wochen und der Ankündigung des sächsischen Innenministers Markus Ulbig (CDU), gegen »Extremisten« konsequent vorzugehen, hatten viele ordentlich Rambazamba erwartet. Justizminister Jürgen Martens (FDP) meinte, dass die Stadt »kein Tummelplatz für linke Chaoten« werden dürfe, und ließ vorsorglich 80 Zellen in der Dresdner JVA leerräumen. Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) meldete sich in den Tagen vor den Protesten zu Wort, um Warnungen an die »Extremisten von links und rechts« auszusprechen. Auch die brutalen Angriffe der Polizei auf die Antifa-Demonstration im vorigen Jahr vermittelten den Eindruck, dass man in Sachsen mit Antifaschisten nicht zimperlich umgeht. Umso überraschender stellte sich der Einsatz der Polizei am Samstag in Dresden dar. An den drei großen Blockadepunkten war die Lage den ganzen Tag über entspannt. Bei der Blockade auf der Eisenbahnstraße spielte eine Polizeieinheit Fußball mit den Demonstranten. An anderer Stelle wippten behelmte Einheiten im Rhythmus der Musik. Einzelne Demonstranten ließen sich gemeinsam mit Polizeibeamten fotografieren. Auch die Zahlen von nur 21 Festnahmen und zwölf Verletzten auf linker Seite weisen auf eine deeskalierende Taktik hin. Ernsthaft sauer wurden die Beamten nur, wenn sie attackiert wurden oder wenn einzelne Antifaschisten die direkte Konfrontation mit den Neonazis suchten. So kam es auch zum Einsatz von Schlagstöcken und einem Wasserwerfer. Wollte die Polizei den Aufmarsch der Neonazis nicht durchsetzen oder konnte sie es einfach nicht? »Die Lage war zum Teil sehr unübersichtlich und hat uns viel Kraft gekostet«, sagte Polizeipräsident Dieter Hanitsch. Tatsächlich hatte man an vielen Stellen den Eindruck, dass verschiedene Polizeieinheiten sich gegenseitig im Weg standen oder einfach nicht wussten, was ihre Aufgabe an einem bestimmten Ort war. Die Polizei wirkte unkoordiniert. Am frühen Samstagmorgen waren die Beamten vom schnellen, entschlossenen Handeln der anreisenden Anti­faschisten, die zum Teil aus ihren Bussen sprangen, um wichtige Straßen zu blockieren, schlichtweg überrascht. Auch gelang es der Polizei nicht, die An- und Abreise der Nazis sinnvoll zu kontrollieren. Mehrere hundert Rechtsextreme versammelten sich nach dem gescheiterten Aufmarsch in Pirna. Marodierend zogen sie durch die Innenstadt, warfen Scheiben eines Bürgerbüros der SPD ein und skandierten Drohungen gegen ihnen bekannte Antifaschisten aus der Sächsischen Schweiz. Die Polizei unternahm nichts, um sie daran zu hindern. Aus ordnungsstaatlicher Sicht war dieser 13. Februar ein Desaster: Die vorangegangene Repression hat am Ende zum Erfolg der Protestaufrufe der Antifa beigetragen, was wiederum dazu führte, dass die Polizei mit der großen Anzahl entschlossener Menschen an diesem Tag überfordert war. Michael Bergmann Inglourious Basterds Es gibt Szenelinke, die uns abfällig als »Sportgruppe« bezeichnen. Aber das stimmt nicht. Was wir machen, hat nichts mit Sport oder gar sportlicher Fairness zu tun. Im Gegenteil, wir greifen maskiert und ohne Vorwarnung aus dem Hinterhalt an. Allgemein wird so etwas als »unehrenhaft« oder als »feige« bezeichnet. Zugegeben, ein gewisser Pragmatismus ist uns zu eigen, aber im Unterschied zu Hooligans oder irgendwelchen Straßenschlägern arbeiten wir ergebnisorientiert. Unser Ziel ist ganz simpel: Wir wollen den Nazis weh tun. Wichtig ist uns vor allem dabei, dass es die richtigen trifft, und nur die richtigen. Kollateralschäden nehmen wir nicht in Kauf. Zumeist lauern wir einzelnen oder kleinen Gruppen von bekannten oder deutlich erkennbaren Neonazis auf. Wir folgen ihnen unauffällig und überwältigen sie dann in einem günstigen Moment. Alles muss dann schnell gehen. Wenn die Gegner weglaufen, um Hilfe schreien oder zurückschlagen, dann haben wir etwas falsch gemacht. Manchmal nehmen wir ihnen dabei auch die Buttons ab oder reißen ihre Nazi-Shirts kaputt. Früher haben wir die einfach als Trophäen mitgenommen. Das machen wir nicht mehr, weil solche Beweisstücke für uns Serientäter gefährlich sein könnten. Der 13. Februar ist seit Jahren ein Pflichttermin für uns. Schon auf dem Weg nach Dresden treffen wir auf einer Autobahnraststätte eine Horde Dorfnazis. Es sind zu viele, um sie direkt anzugreifen. Also begnügen wir uns damit, heimlich die Reifen ihrer Autos zu zerstechen, und fahren dann weiter. Dresden ist an diesem Tag eigentlich nichts für notorische Leisetreter wie uns, sondern eher eine Spielwiese für autonome Hasskappen-Fetischisten, die, im Gegensatz zu uns, die offene Konfrontation mit den Bullen oder dem Nazimob suchen. Problematisch ist, dass sich Nazis und Linke nur noch schwer an der Kleidung unterscheiden lassen und man fast ausschließlich an große Gruppen gerät. Ob die Gruppe Halbvermummter, die einem da entgegenkommt, Antifas, Nazis oder gar Zivis sind, weiß man erst, wenn man sich direkt gegenüber steht. Wir begegnen mehrfach aggressiven Nazigruppen, die auf der Jagd nach Linken sind, uns aber nicht als Antifaschisten erkennen. Unser modus operandi funktioniert hier nicht, wir konzentrieren uns lieber darauf, Autos und Busse von Nazis zu beschädigen. Später fahren wir in eine ostdeutsche Kleinstadt. Am Bahnhof lauern wir mehrere Stunden vergebens auf Nazis, die aus Dresden zurückkommen. Unsere Geduld wird nach einer Weile mit einer zufällig vorbeikommenden Gestalt belohnt, die einen Pullover der Marke Consdaple trägt. Hierbei handelt es sich um Texilien, die von Nazis für Nazis gemacht werden und die das Parteikürzel NSDAP mit dem englischen Wort »constable« verbinden. Uns ist klar, dass dem Bedürfnis, andere zu verletzen oder zu bestrafen, nichts Emanzipatorisches innewohnt. Was wir machen, wird als »politisch unbedeutend«, bestenfalls als »Gegenterror« kritisiert werden. Das wissen wir. Wir machen es trotzdem. Wenig später geht ein völlig überraschter Neonazi schwer angeschlagen zu Boden und verwandelt sich dort in ein wimmerndes Häuflein Elend. Ziel erreicht – wir fahren nach Hause. Aldo Regen http://jungle-world.com/artikel/2010/07/40372.html Müde Antifas, enttäuschte Nazis, Trauerkerzen für die deutschen Opfer, Ball spielende Polizisten. Unsere Reporter berichten über den 13. Februar in Dresden.

von Anna Goldschmidt, Tanja Röckemann, Andreas Speit, Michael Bergmann und Aldo Regen

Drucken»Wir sind ein Fest!« Die Antifa
»Alle Leute, die schon eine Karte haben, gehen bitte mal nach hinten! Sonst ist das Durcheinander hier einfach groß!« Der junge Mann, der in das Megafon schreit, ist ziemlich gestresst. Die O2-Arena und einige Straßenlaternen sind die einzigen Lichtquellen. Die Leute mit den verschlafenen Gesichtern, die sich an diesem Samstag um fünf Uhr früh an der O2-Arena in Berlin versammelt haben, stehen nicht an, um Tickets für das »Frühlingsfest der Volksmusik« zu kaufen, sondern um in einen Bus nach Dresden zu steigen.

Einige Leute befinden sich geistig offenbar noch in der Tiefschlafphase, andere unterhalten sich bereits angeregt. Gegen halb sechs haben alle ihren Platz in den verschiedenen Bussen gefunden und der Konvoi kann endlich abreisen. Im Bus ist es laut und anstrengend. Neben Heldengeschichten von vergangenen Demonstrationen werden vermeintliche Witze erzählt, die etwa so anfangen: »Deine Mutter ist so fett, dass …«

»Linksextremisten« in Aktion. Sitzblockade des Bündnisses »Dresden nazifrei« (Foto: PA/dpa/lsn/Jan Woitas)Um acht Uhr ist es dann so weit. Eine Frau schnappt sich das Mikro und kündigt an: »Also, wir sind jetzt gleich da! Wenn wir ankommen, stürmt ihr alle sofort aus den Bussen. Zieht euch schon mal an! Wir wollen den Bullen keine Möglichkeit bieten, uns durch überlange Kontrollen aufzuhalten.« Die Stadtpläne, die vorher im Bus verteilt wurden, und eine blau-rote Flagge sollen den Berlinerinnen und Berlinern den Weg zu ihrem Blockadepunkt weisen. Wir machen uns auf dem Weg. Bereits nach 300 Meter ist die erste mit Helmen und Pfefferspray ausgestattete Menschenkette zu erkennen, die mit dem Sprechchor begrüßt wird: »BRD – Bullenstaat, wir haben dich zum Kotzen satt!« Nach einer Weile gelingt es einigen wenigen, die Kette zu durchbrechen und den Blockadepunkt zu erreichen. Die Polizei setzt sofort die Knüppel ein. Eine junge Frau mit roter Jacke und Mütze bricht in Tränen aus, sie wurde im Gesicht erwischt und verlässt die vorderen Reihen. Ein übereifriger Polizist empfindet selbst einen Baum auf dem Mittelstreifen der Straße als störend und verpasst ihm links und rechts eine.

Wenig später ist die Sperrung aufgehoben. Am Blockadepunkt an der Hansastraße stehen bereits Hunderte Menschen. Einige lungern auf Stahlträgern, andere vertreiben sich die Zeit mit Schneeballwürfen auf die Polizei, der Rest versucht, Kälte und Müdigkeit zu ignorieren.

Aus dem Megafon ertönt eine Durchsage: »Wir brauchen noch Verstärkung! Aber wenn wir es bis 14 Uhr aushalten, haben wir gewonnen! Wir sind ein Fest!« Zwei Helikopter kreisen permanent über dem Blockadepunkt, während eine Gruppe von Trommlern mit rosafarbenen Glitzerkostümen und riesigen Puppen für Stimmung sorgen soll. Nicht bei allen kommen sie gut an: »Die Figuren sind hässlich, und das Getrommel kotzt mich an! Und dann noch dieser Hubschrauberlärm!« beschwert sich jemand.

Wenig später ändert sich die Stimmung: »Also, wenn du Bock auf Action hast, komm mit in Richtung Albertplatz!« ruft ein etwa 16jähriger, der an mir vorbeirennt, euphorisch. Zu meiner Rechten entwickelt sich dichter Qualm, zu meiner Linken liegt ein umgeworfenes Auto, an der Heckscheibe pappt ein NPD-Aufkleber. Angeblich soll der Albertplatz geräumt werden, viele Demonstranten ziehen sich schon mal sorgfältig den Schal über die Nase. Auf der Höhe des Dammwegs brennt eine Barrikade, einige posieren triumphierend mit erhobenen Armen für die Pressefotografen.

Einige Anhänger der Gewerkschaft Verdi finden die Barrikaden gar nicht cool. »Wir sind friedlich, was seid ihr?« rufen sie erzürnt. Die Polizei beginnt nach und nach, den Dammweg zu räumen und drängt die Menschen unter Einsatz von Pfefferspray und Knüppeln von der Kreuzung. Ein Mann mit einem Welpen auf dem Arm stellt sich direkt vor die Polizei und fragt: »Können Sie das mit Ihrem Gewissen vereinbaren?« Er bekommt seine Antwort in flüssiger Form.

Einige hundert Meter weiter rennen etwa 200 Nazis auf linke Demonstranten zu. Ein Sanitäter und eine junge Frau werden mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Nach kurzer Zeit trifft die Polizei ein. Zu diesem Zeitpunkt ist längst klar: Die Nazidemonstration wird nicht stattfinden. Das war das Ziel des Tages. Es gehen noch einige Scheiben zu Bruch, Barrikaden brennen und Verletzte werden von Sanitätern behandelt.

Um 17.30 Uhr findet eine spontane Demonstration statt, die von der Hansastraße bis zum Sammeltreffpunkt geht, wo die Busse für die Rückkehr warten. Allmählich entspannt sich die Situation, die Masse feiert sich selbst. Nur die Polizei, die die Marienbrücke und somit den Weg zu den Bussen versperrt, schmälert den Spaß.

Zwei Stunden später erreicht auch der letzte Bus den Sammeltreffpunkt. Ein junger Mann mit Wodkaflasche sorgt noch einmal für Ärger und wird gebeten, den Bus zu verlassen: »Dann geh ich eben! Ich geh’ einfach zum anderen Bus, der Busfahrer ist auch besoffen!«

Anna Goldschmidt

Ein Herz für Dresden. Die Bürger
An der Frauenkirche empfängt mich das untrügliche Zeichen öffentlicher deutscher Geselligkeit: der Geruch von Bratwurst. In Sichtweite der Fressstände befindet sich eine Reihe händchenhaltender Menschen, die sich quer über den Platz neben der Frauenkirche zieht. Es ist die erste große Veranstaltung im Rahmen der offiziellen Gedenkfeierlichkeiten zum 65. Jahrestag der Bombardierung Dresdens: die »Menschenkette für Frieden, Demokratie und Menschenrechte«. Ein begeisterter Teilnehmer fasst den Zweck des Ganzen mit den treffenden Worten zusammen: »Es geht um ein stilles Gar-nichts-Tun.« Hierin ist er sich vermutlich einig mit den Pfadfindern für die Freiheit, die einige Meter weiter ihr Transparent hochhalten, und vielleicht auch mit Amnesty International und dem DGB nebenan. Obwohl die deutlich sichtbaren Gewerkschaftsfahnen für ihn eigentlich schon den Rahmen sprengen: »Politische Transparente sind hier fehl am Platz.« Das klingt logisch, schließlich stellt die Menschenkette in der Altstadt die Alternative zu den »extremistischen« Protesten gegen den Naziaufmarsch in der Neustadt dar. Hier, kilometerweit entfernt von der Naziroute, ist also alles möglich: Engagement gegen Nazis zeigen, der deutschen Opfer gedenken und gleichzeitig ein Volksfest feiern. Und alles selbstverständlich in guter bürgerlicher Manier, ganz und gar unpolitisch.

Eine kleine Gruppe ist der Einladung der Gesellschaft zur Förderung der Frauenkirche zum Spaziergang entlang »authentischer Orte« in der Dresdener Innenstadt gefolgt. Es ist eine Handvoll Leute, obwohl Gunther Emmerlich, einst Entertainer in der DDR, durchs Programm führt. Ältere Christdemokraten in gediegener Kleidung legen im Gänsemarsch und von der Polizei eskortiert den Weg von der vierten zur fünften Station des »Gedenkwegs« zurück. Vor dem Denkmal, das an die 1945 zerstörte Sophienkirche erinnert, bleiben sie stehen. Die Schuld an dem nicht erfolgten Wiederaufbau trägt praktischerweise die SED, und so hat Gunther Emmerlich die Gelegenheit, »an die Toten in der verwüsteten Stadt, an den Missbrauch der Macht« durch »zwei politischen Systeme« zu erinnern. Das Publikum nickt blöd. Im Hintergrund sind Rufe zu hören: »Deutsche Täter sind keine Opfer!« Sofort drängen Polizeibeamte die Demonstranten in einen Hofeingang, die Irritation über die Störung ist augenblicklich vergessen. Auf dem Weg zur nächsten Station erzählt ein altes Ehepaar: »Gedenken kann man schon mal. Vor allem in Zeiten der Krise. Da rücken alle ein bisschen zusammen.«

»Stilles Gar-Nichts-Tun«. Die Menschenkette vor dem Dresdner Rathaus (Foto: PA/dpa/lsn/Ralf Hirschberger)Diejenigen, die gegen Abend zu der Gedenkveranstaltung »Wahrhaftig erinnern – versöhnt leben« an der Frauenkirche kommen, wirken so, als ginge es für sie an diesem Tag tatsächlich nur um die Erinnerung an die Bombardierung und um das Betrauern der Deutschen als Opfer. Die Stimmung ist ernst, viele Leute tragen Kerzen oder Grablichter, auf der Bühne singt der Kammerchor der Frauenkirche. Dann beginnen die Ansprachen. Und hier zeigt sich, dass sich doch etwas verändert hat in Dresden. Die Zeitzeugen, die von ihrem Leiden berichten, und die Oberbürgermeisterin Helma Orosz verweisen jeweils deutlich darauf, dass die Bombardierung der Stadt eine Folge des deutschen Angriffs- und Vernichtungskriegs war. Als einige wenige Linke, die sich in der Menge verteilt haben, anfangen, mit Sprechchören und Taschenalarm zu stören, wird es unruhig. Der Slogan »Deutsche Täter sind keine Opfer« stößt hier nicht gerade auf Begeisterung und veranlasst einige aufrechte Bürger zu wüsten Beschimpfungen der Störenfriede. Aber deutlich wird trotzdem: Für eine wirklich treffende Kritik muss sich die Linke den modernisierten bürgerlichen Gedenkdiskurs erst noch erschließen.

Tanja Röckemann

»Jetzt erst recht!« Die Neonazis
»Ruhm und Ehre der Waffen-SS« dröhnt laut durch den Neustädter Bahnhof. »Nationaler Sozialismus, jetzt, jetzt, jetzt!« rufen die Rechtsextremen. Das Gebrüll im Bahnhof des Dresdener Stadtteils kann ihre Enttäuschung aber nicht übertönen.

Der »Trauermarsch« an der Elbe, den die Junge Landsmannschaft Ostdeutschland (JLO) verantwortet, findet an diesem Samstag nicht statt. Leise sagt ein Kamerad einer Kameradin am Rande der brüllenden Gesinnungsfreunde: »So änna vordammde Scheiße hieor.« Zustimmend meint sie: »Ja, des iss waa.« Keine 30 Minuten zuvor skandierten rund 6400 Neonazis auf dem Schlesischen Platz vor dem Bahnhof: »Die Straße frei der deutschen Jugend«, doch die letzte Ansage der Polizei war bereits erfolgt: »Sie werden nicht marschieren. Für die Sicherheit der Teilnehmer kann nicht garantiert werden.« Holzstöcke, Flaschen und Böller fliegen auf Polizisten und Journalisten. Vereinzelt versuchen Neonazis, die Polizeigitter zu überwinden. Nur mit Mühe können die Ordner der JLO ihre Kameraden zurückdrängen. Über die Lautsprecheranlage schimpft der stellvertretende Bundesvorsitzende der JLO, Björn Clemens: »Eine Polizeiarmee missachtet unser vor Gericht erstrittenes Recht zu demons­trieren.« Recht muss Recht bleiben, meint der Düsseldorfer Rechtsanwalt, der zuvor noch Straffreiheit für den Holocaust-Leugner Horst Mahler gefordert hatte. Vom »Bombenholocaust« spricht Kai Pfürstinger, der sächsische Chef der JLO, unter nicht minder großem Applaus, bevor auch er anfängt, über die Gegendemonstranten und die Polizei zu klagen. Auf dem Platz kommt keine gute Stimmung auf. Da hilft es auch nichts, dass Kameraden an einer Theke warme Getränke und heißes Essen anbieten. Die NPD-Prominenz – Holger Apfel, Udo Pastörs, Uwe Meenen und Peter Marx – steht verstimmt herum. Enttäuscht warten Autonome Nationalisten neben völkischen Kameraden. Nicht zufrieden schauen auch die Initiatoren des neurechten Instituts für Staatspolitik Götz Kubitscheck und Ellen Kositza drein.

Sie sehen sich als Opfer. »Nationale Deutsche« hätten sich durch die Blockaden nicht einschüchtern lassen, … (Foto: Boris Bocheinski)Kurze Freude kommt aber unter den Teilnehmern auf – von denen einige aus Schweden, Dänemark, der Slowakei, Österreich und Frankreich angereist sind –, als sie erfahren, dass »Kameraden sich den Weg zu uns erkämpft haben«. Von der Straßenbahnhaltestelle Wilder Mann sind über 3 000 Neonazis zum Schlesischen Platz gezogen. Der Gegenprotest zwingt sie, ihre Busse stehen zu lassen. Auf der Route zur Kundgebung greifen die Rechten allerdings immer wieder Demons­tranten an. Sie selbst sprechen später von »Notwehr«. »Bitte gehen Sie einfach, wir kriegen das nicht hin«, sagt hingegen ein Polizeibeamter warnend zu Journalisten. Einer, der in diesem Trupp mitmarschiert, das NPD-Bundesvorstandsmitglied Thomas Wulff, droht am Ende der Kundgebung: »Um 18 Uhr fahren unsere Busse ab. Wenn man uns nicht zu ihnen durchlässt, werden unsere Kameraden ausschwärmen und dafür sorgen, dass die Polizei in Dresden heute Nacht keine Ruhe hat.« Um die Abreise muss er sich aber keine Sorgen machen, denn per Bahn dürfen die Neonazis gemeinsam von der Neustadt zu einem Abfahrtspunkt fahren. Wulffs Worte dürften dennoch einige ermuntert haben. Am Abend ziehen 400 Rechtsextreme in Pirna durch die Stadt und greifen ein Bürgerbüro der SPD an. In Gera nimmt die Polizei 183 Rechte fest, die dort aufgelaufen sind. In Leipzig und Elterwerda sollen Rückreisende ebenso spontan aufmarschiert sein.

Siegesgerede kommt nach der Niederlage an der Elbe bisher aber nicht auf. Auf der Website der JLO heißt es knapp: »Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern für ihren beispiellosen Einsatz und ihr diszipliniertes Auftreten.« Der Presse erklärt Pfürstinger, rechtliche Schritte zu erwägen, räumt jedoch auch ein, über einen Strategiewechsel nachzudenken. Er versichert aber: »Wir werden Dresden nicht als Aufmarsch in Frage stellen.« Bis 2015 stehen die Anmeldungen. Apfel, dessen sächsische Landtagsfraktion den »Trauermarsch« massiv unterstützte, verspricht auch: »Keiner soll allerdings glauben, dass sich nationale Deutsche durch die diesjährige Behinderung einschüchtern lassen.« »Jetzt erst recht« sei das neue Motto. Doch der NPD-Fraktionschef erklärt sogleich, dass der »Vorbereitungskreis über neue Formen der Durchführung« nachdenken müsse.

… erklärte Holger Apfel nach dem gescheiterten Aufmarsch der Neonazis (Foto: Boris Bocheinski)Andreas Speit

Überfordert. Die Polizei
Etwa 7 400 Polizisten waren am Wochenende in Dresden im Einsatz. Nach der staatlichen Repression gegen das Bündnis »Dresden nazifrei« in den vergangenen Wochen und der Ankündigung des sächsischen Innenministers Markus Ulbig (CDU), gegen »Extremisten« konsequent vorzugehen, hatten viele ordentlich Rambazamba erwartet. Justizminister Jürgen Martens (FDP) meinte, dass die Stadt »kein Tummelplatz für linke Chaoten« werden dürfe, und ließ vorsorglich 80 Zellen in der Dresdner JVA leerräumen. Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) meldete sich in den Tagen vor den Protesten zu Wort, um Warnungen an die »Extremisten von links und rechts« auszusprechen. Auch die brutalen Angriffe der Polizei auf die Antifa-Demonstration im vorigen Jahr vermittelten den Eindruck, dass man in Sachsen mit Antifaschisten nicht zimperlich umgeht.

Umso überraschender stellte sich der Einsatz der Polizei am Samstag in Dresden dar. An den drei großen Blockadepunkten war die Lage den ganzen Tag über entspannt. Bei der Blockade auf der Eisenbahnstraße spielte eine Polizeieinheit Fußball mit den Demonstranten. An anderer Stelle wippten behelmte Einheiten im Rhythmus der Musik. Einzelne Demonstranten ließen sich gemeinsam mit Polizeibeamten fotografieren. Auch die Zahlen von nur 21 Festnahmen und zwölf Verletzten auf linker Seite weisen auf eine deeskalierende Taktik hin. Ernsthaft sauer wurden die Beamten nur, wenn sie attackiert wurden oder wenn einzelne Antifaschisten die direkte Konfrontation mit den Neonazis suchten. So kam es auch zum Einsatz von Schlagstöcken und einem Wasserwerfer.

Wollte die Polizei den Aufmarsch der Neonazis nicht durchsetzen oder konnte sie es einfach nicht? »Die Lage war zum Teil sehr unübersichtlich und hat uns viel Kraft gekostet«, sagte Polizeipräsident Dieter Hanitsch. Tatsächlich hatte man an vielen Stellen den Eindruck, dass verschiedene Polizeieinheiten sich gegenseitig im Weg standen oder einfach nicht wussten, was ihre Aufgabe an einem bestimmten Ort war. Die Polizei wirkte unkoordiniert. Am frühen Samstagmorgen waren die Beamten vom schnellen, entschlossenen Handeln der anreisenden Anti­faschisten, die zum Teil aus ihren Bussen sprangen, um wichtige Straßen zu blockieren, schlichtweg überrascht. Auch gelang es der Polizei nicht, die An- und Abreise der Nazis sinnvoll zu kontrollieren. Mehrere hundert Rechtsextreme versammelten sich nach dem gescheiterten Aufmarsch in Pirna. Marodierend zogen sie durch die Innenstadt, warfen Scheiben eines Bürgerbüros der SPD ein und skandierten Drohungen gegen ihnen bekannte Antifaschisten aus der Sächsischen Schweiz. Die Polizei unternahm nichts, um sie daran zu hindern. Aus ordnungsstaatlicher Sicht war dieser 13. Februar ein Desaster: Die vorangegangene Repression hat am Ende zum Erfolg der Protestaufrufe der Antifa beigetragen, was wiederum dazu führte, dass die Polizei mit der großen Anzahl entschlossener Menschen an diesem Tag überfordert war.

Michael Bergmann

Inglourious Basterds

Es gibt Szenelinke, die uns abfällig als »Sportgruppe« bezeichnen. Aber das stimmt nicht. Was wir machen, hat nichts mit Sport oder gar sportlicher Fairness zu tun. Im Gegenteil, wir greifen maskiert und ohne Vorwarnung aus dem Hinterhalt an. Allgemein wird so etwas als »unehrenhaft« oder als »feige« bezeichnet. Zugegeben, ein gewisser Pragmatismus ist uns zu eigen, aber im Unterschied zu Hooligans oder irgendwelchen Straßenschlägern arbeiten wir ergebnisorientiert. Unser Ziel ist ganz simpel: Wir wollen den Nazis weh tun.

Wichtig ist uns vor allem dabei, dass es die richtigen trifft, und nur die richtigen. Kollateralschäden nehmen wir nicht in Kauf. Zumeist lauern wir einzelnen oder kleinen Gruppen von bekannten oder deutlich erkennbaren Neonazis auf. Wir folgen ihnen unauffällig und überwältigen sie dann in einem günstigen Moment. Alles muss dann schnell gehen. Wenn die Gegner weglaufen, um Hilfe schreien oder zurückschlagen, dann haben wir etwas falsch gemacht. Manchmal nehmen wir ihnen dabei auch die Buttons ab oder reißen ihre Nazi-Shirts kaputt. Früher haben wir die einfach als Trophäen mitgenommen. Das machen wir nicht mehr, weil solche Beweisstücke für uns Serientäter gefährlich sein könnten.

Der 13. Februar ist seit Jahren ein Pflichttermin für uns. Schon auf dem Weg nach Dresden treffen wir auf einer Autobahnraststätte eine Horde Dorfnazis. Es sind zu viele, um sie direkt anzugreifen. Also begnügen wir uns damit, heimlich die Reifen ihrer Autos zu zerstechen, und fahren dann weiter.

Dresden ist an diesem Tag eigentlich nichts für notorische Leisetreter wie uns, sondern eher eine Spielwiese für autonome Hasskappen-Fetischisten, die, im Gegensatz zu uns, die offene Konfrontation mit den Bullen oder dem Nazimob suchen. Problematisch ist, dass sich Nazis und Linke nur noch schwer an der Kleidung unterscheiden lassen und man fast ausschließlich an große Gruppen gerät. Ob die Gruppe Halbvermummter, die einem da entgegenkommt, Antifas, Nazis oder gar Zivis sind, weiß man erst, wenn man sich direkt gegenüber steht. Wir begegnen mehrfach aggressiven Nazigruppen, die auf der Jagd nach Linken sind, uns aber nicht als Antifaschisten erkennen. Unser modus operandi funktioniert hier nicht, wir konzentrieren uns lieber darauf, Autos und Busse von Nazis zu beschädigen.

Später fahren wir in eine ostdeutsche Kleinstadt. Am Bahnhof lauern wir mehrere Stunden vergebens auf Nazis, die aus Dresden zurückkommen. Unsere Geduld wird nach einer Weile mit einer zufällig vorbeikommenden Gestalt belohnt, die einen Pullover der Marke Consdaple trägt. Hierbei handelt es sich um Texilien, die von Nazis für Nazis gemacht werden und die das Parteikürzel NSDAP mit dem englischen Wort »constable« verbinden. Uns ist klar, dass dem Bedürfnis, andere zu verletzen oder zu bestrafen, nichts Emanzipatorisches innewohnt. Was wir machen, wird als »politisch unbedeutend«, bestenfalls als »Gegenterror« kritisiert werden. Das wissen wir. Wir machen es trotzdem. Wenig später geht ein völlig überraschter Neonazi schwer angeschlagen zu Boden und verwandelt sich dort in ein wimmerndes Häuflein Elend. Ziel erreicht – wir fahren nach Hause.

Aldo Regen

http://jungle-world.com/artikel/2010/07/40372.html

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by: mousepad http://anlw.blogsport.de/2009/09/08/nazis-erneut-im-landtag/#comment-32 Fri, 02 Oct 2009 07:35:04 +0000 http://anlw.blogsport.de/2009/09/08/nazis-erneut-im-landtag/#comment-32 R wie Rassismustheorie Teil 2 In der vorherigen Ausgabe (#168) wurden aus der Mannigfaltigkeit existierender Erklärungsansätze bezüglich des Phänomens Rassismus drei markante Theorieschulen extrahiert und näher betrachtet. Die Erläuterungen zum differentialistischen Rassismus, von uns repräsentiert durch Balibar und Taguieff, sowie die Herleitung des Rassismus aus ökonomischen und politischen Strukturen in ihrer Historizität (Miles) liefern entscheidende Anknüpfungspunkte für große Teile der antirassistisch motivierten Literatur. Die von uns in diesem Zusammenhang bereits geleistete Kritik der Anthropologisierung des Subjekts in einer Rassismustheorie, die ohne eine Einbettung in die kapitalistischen Verhältnisse auskommt, sowie die Kritik einer Rationalisierung rassistischer Ideologie in Anbetracht der herrschenden Produktionsverhältnisse, möchten wir auch im vorliegenden Teil noch einmal aufgreifen. Sie führte uns im ersten Teil auf die Fährte der kritischen Theorie sowie der Fetischkritik, wobei psychosoziale und ökonomische Faktoren in der Erklärung fusionieren und vom Standpunkt einer emanzipatorischen Gesellschaftskritik betrachtet werden. Die Kritik am Phänomen Rassismus gestaltete sich demnach notwendig als Teil einer Kapitalismuskritik. Im Folgenden soll dies anhand einer historisch übergreifenden Darstellung der Entwicklung und Weiterentwicklung rassistischer Denkmuster vom Nationalsozialismus zum Rassismus der Gegenwart noch einmal unterstrichen werden, bevor ein kritisches Fazit aus den vorgestellten Ansätzen gezogen wird. Rassismus der Rassen – Die Genese des nationalsozialistischen Rassismus In Nazideutschland wurde die Massentauglichkeit und Brutalität einer rassistischen und antisemitischen Gedankenwelt erschreckend deutlich. Der Rassismus ist zwar keine deutsche Erfindung, jedoch beschränkte sich die Verwendung des Wortes Rassismus lange Zeit auf den nationalsozialistischen Kontext.(1) Bis heute ist die Vorstellung von dem, was Rassismus sei, unmittelbar an die nationalsozialistische Praxis der Verfolgung und Massenvernichtung gebunden. Eine Einbindung in das Thema Rassismustheorie ist deshalb ratsam. Die antirassistische Literatur bietet hierzu einerseits rein rationale Erklärungsmuster für die Genese und Auswirkung eines spezifisch deutschen Rassismus. So werden etwa Techniken der nationalsozialistischen Ideenwelt in Verbindung mit den macht- und bevölkerungspolitischen Konstellationen des 19. Jahrhunderts analysiert. Spiegelbildlich dazu existiert die Tendenz zur völligen Irrationalisierung und Mystifizierung des Bösen. Wird das Unglaubliche jedoch in der Ecke des Unerklärbaren abgestellt, so ist es auch um die Aufarbeitung der Vergangenheit geschehen. Um den analytischen Blick nicht einzugrenzen, sollte man sich weder auf die eine noch die andere Argumentationslinie versteifen. Auch in dem vorliegenden Versuch, die spezifische Form des nationalsozialistischen Rassismus in die Genese des Rassismus (und ferner der Rassismustheorien) einzubinden, soll dies berücksichtigt werden. Um hierbei auch die gemeinsamen Ursprünge von Rassismus und Antisemitismus sichtbar zu machen und gleichzeitig an einer Trennung festzuhalten, sollen im Folgenden beide Ideologien aufgegriffen werden. Für die Ergründung des Phänomens Rassismus gilt, was auch für den Antisemitismus gelten muss: „Die bündig rationalen, ökonomischen und politischen Erklärungen und Gegenargumente – so Richtiges sie immer bezeichnen – vermögen es [die Erkenntnis; LExil] nicht, denn die mit Herrschaft verknüpfte Rationalität liegt selbst auf dem Grunde des Leidens.“(2) Eine zusätzliche Wendung aufs Subjekt, ist ergo angebracht, wenn eine brauchbare Kritik am Rassismus geleistet werden soll. In der folgenden Darstellung des nationalsozialistischen Rassismus sollen deshalb historische Prozesse mit Ansätzen der Freudschen Entwicklungstheorie sowie wertkritischen Elementen der kritischen Theorie in Verbindung gebracht werden. Rassismus als Alltagsreligion Die Lehre der Rasseideologie des 19. Jahrhunderts fand Zuspruch durch den Wissenschaftsglauben einer sich modernisierenden und technologisierenden Gesellschaft, in der Fortschritt überwiegend aus neuen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen generiert wurde. An dieses Grundvertrauen knüpfte die pseudowissenschaftliche Scharlatanerie in Form der Rassenbiologie und Eugenik an. Der Glaube, die Welt sei eine in Rassen einzuteilende, gipfelte schließlich in dem Versuch der Umsetzung einer nationalsozialistischen Utopie der „rassischen Homogenität“. Es war im Sinne der NationalsozialistInnen, die Fusion der Populärwissenschaften mit den alltäglichen Vorurteilsstrukturen der Gesellschaft voranzubringen, denn „rassische Homogenität“ war nur mittels einer gesamtgesellschaftlich verwertbaren Praxis der „Rassenhygiene“ zu erreichen. Um nun aus den unscharfen Vorstellungen bestimmter Unterschiede einen absoluten Unterschied auszuformen und die „Rassenreinheit“ methodisch zu pflegen, bediente sich die nationalsozialistische Ideologie der Technik des gewollten Verwischens gesellschaftlicher Rassismen. Detlev Claussen verwendet in Bezug auf den Rassismus deshalb den Begriff des „Synkretismus“, welcher ursprünglich eine Verschmelzung von Ideen oder Philosophien zu einem neuen System oder Weltbild beschreibt. Er konstatiert schließlich: „Alle Rassismen sind Synkretismen: Sie wollen die differentia specifica, den bestimmten Unterschied, durch den etwas erklärt und begriffen werden kann, gar nicht wissen.“(3) So hieß es in einem Beiblatt des Völkischen Beobachters vom 1.Mai 1930: „Die Rassenbiologie und Rassenhygiene ist keine Wissenschaft nur für Gelehrte, sondern muß Gemeingut des Volkes werden, wenn es mit Deutschland wieder aufwärts gehen soll. In einem nationalsozialistischen Staate wird nur derjenige ein Recht auf Nachkommenschaft haben, der körperlich und geistig vollständig gesund ist.“(4) Rassetheoretiker wie Arthur de Gobineau boten der ausgefeilten Lehre biologistisch katalogisierter Rassen sowie dem eifrigen Aufnahmevermögen der Masse, die geisteswissenschaftlich konzipierte Basis des Mythos von in sich homogenen Rassen. Sprachlichen Verwandtschaftslinien germanischer, keltischer, romanischer, indischer sowie indo-europäischer Sprachen wurden vermeintlich biologische Verwandtschaftsmerkmale hinzu halluziniert, woraus die Idee der einheitlichen Vorfahren entsprang. Ferner wurden charakterliche Eigenschaften abgeleitet, wobei der Rassismus hierbei zur Abwertung der Rassifizierten tendierte und der Antisemitismus von einer Übermacht der Juden ausging.(5) Die „Qualität“ des pseudowissenschaftlichen Rassismus, der sich gerade in Nazideutschland so rigoros etablieren konnte, lag also in seiner Offenheit und Konformität mit dem Weltbild und Wissenschaftsglauben des 19. Jahrhunderts. Die neue, sinngebende Vereinheitlichung des rassistisch geprägten Bewusstseins formte sich schließlich zu einer Art Religionsersatz aus. Claussen spricht hierbei von der „Alltagsreligion“ des Rassismus.(6) Es ging der Alltagsreligion zunächst eben nicht ausschließlich um eine Abwertung, sondern vorerst um die vollständige Biologisierung des Sozialen. Auf Stichhaltigkeit verzichtend und flexibel fortwuchernd, verbreitete sich die Wahrnehmung der Welt als eine in Rassen und Kulturkreisen einzuteilende. Dieser neue Glaube diente als universelles Werkzeug zum scheinbaren Verstehen und Handhaben der sich mannigfaltig gestaltenden Verhältnisse. In der totalitären Ideologie des Nationalsozialismus hielt die Ersatzreligion gar als Legitimation für den programmatischen Massenmord her. Bedürfnis zur homogenen Masse Was aber prägt das primäre Bedürfnis der Aufnahme rassistischer Denkmuster durch die Subjekte? Entgegen der primitiven Behauptung, die deutsche Bevölkerung sei den Versuchungen einer nationalsozialistischen Elite auf den Leim gegangen und hätte dafür bitter zahlen müssen(7), gilt es, Erklärungsansätze für die Bereitschaft zur rassistischen Weltanschauung abzuleiten. Anstelle des relativistischen Bildes einer instrumentell-diktatorischen Herrschaft soll möglichst eine umfassende Genese der totalitären Ideologie erklärbar werden. Freuds psychoanalytische Entwicklungstheorie liefert wichtige Anhaltspunkte zur Ontogenese des ideologischen Subjekts, aus der sich Quellen des Wunsches nach einer Einheit in der „Rasse“ ableiten lassen. Es soll ein kurzer (und sehr vereinfachter) Einblick gewährt werden: Mit der frühkindlichen Phase des Erkennens der eigenen Geschlechtlichkeit geht eine abschließende (psychische) Trennung vom Liebesobjekt Mutter einher. Das Wesen ist nun ein auf sich allein gestelltes, wobei die Sehnsucht nach jener früheren Phase der gefühlten Einheit und Ganzheit bestehen bleibt. Der Wunsch nach der Einheit mit der Mutter weicht der gesellschaftlich definierten Form von Sexualität. Im realen Leben (der kapitalistisch patriarchalen Arbeitsgesellschaft) gilt es jedoch, auf seinen Trieb zu verzichten.(8) Das gezügelte Subjekt wird gesellschaftsfähig, bewahrt jedoch zeit seines Lebens das Gefühl der Sehnsucht.(9) In der versuchten Kompensation dieses Gefühls liegt eine potentielle Quelle der psychodynamischen Herausbildung rassistischer Denkweisen: „Der einstmals gefühlte Zustand soll im realen Leben durch die Bindung an rigide Gemeinschaften und Denkweisen realisiert werden. … Daher der Wunsch der Rassisten nach Verschmelzung mit der eigenen ‚Rasse`, dem eigenen ‚Volk`, daher die zentrale Bedeutung von ‚Blut`, ‚Volk` und ‚Boden` im rassistischen Denken.“(10) Das Bedürfnis zur homogenen Masse zu verschmelzen ist es, das dem Rassismus als Alltagsreligion den Nährboden liefert. Die Freudsche Alternative des Erlöses des angestauten, libidinösen Triebes durch Aggression bietet weitere Erklärungshinweise für die Gewaltherrschaft. Für den Nationalsozialismus ließe sich daraus ableiten, dass der individuelle Triebverzicht in eine totalitäre Einheit mündete, in welcher die Kompensation in Form destruktiver, aggressiver und roher Gewalt gegenüber allem „Volksfremden“ sich legitim ausgestalten konnte. „Der Vorteil eines kleineren Kulturkreises, daß er dem Trieb einen Ausweg an der Befeindung der Außenstehenden gestattet, ist nicht geringzuschätzen. Es ist immer möglich, eine größere Menge von Menschen in Liebe aneinander zu binden, wenn nur andere für die Äußerung der Aggression übrigbleiben.“(11) Die Barbarei ist nun nicht mehr als ein Produkt der Zivilisation selbst. Bleibt zu erwähnen, dass diese Perspektive allein die Behauptung zuließe, die Aggressionen der Nationalsozialisten hätten sich auch überall anders ausbilden können. Auch der Unterschied zwischen Antisemitismus und Rassismus bleibt außen vor. Würde man lediglich Freuds Überlegungen zur Ergründung des Phänomens Rassismus heranziehen, so würde sich aus den rein psychoanalytischen Erklärungsansätzen eben jene Anthropologisierung vollziehen, die wir an anderen Rassismustheorien beobachten und kritisieren. Im Sinne einer kritisch theoretischen Einbindung des historisch spezifischen, nationalsozialistischen Rassismus in die Genese rassistischer Denkmuster sollen die historischen und psychodynamischen Betrachtungen durch wertkritische erweitert werden, um radikale Kritik zu ermöglichen. Die Kompensation eines missglückten Gleichheitsversprechens Mit der Freudschen Interpretation zur Sehnsucht nach Einheit lässt sich der Kreis zur wertkritischen Auseinandersetzung schließen, in der der Kampf der Subjekte gegen die Vereinzelung in den verdinglichten Verhältnissen durch die Erschaffung einer Identität im narzisstischen Kollektiv, die Konstruktion einer Einheit (vermeintlich) kompensiert wird. Wie bereits erläutert, generiert die Trennung von Natur und Subjekt einen Mythos, in der die verdinglichten Verhältnisse als natürlich gegeben erscheinen. Der kritischen Theorie haben wir hieraus bereits im ersten Teil unserer Einführung einen Verständnisansatz zur Bereitschaft rassistischer und antisemitischer Weltanschauung entnommen, der sich nun auf die spezifische Betrachtung des Nationalsozialismus übertragen lässt: In der Benennung von „unwertem Leben“ liegt die Chance der Kompensation einer Angst, vor den Augen der wertschaffenden „Volksgenossen“ in die Unwertigkeit abzurutschen.(12) Gleichzeitig dient der Rassismus aber auch den Erfordernissen der Herrschaft in funktionaler Weise, in dem der Ausschluss des angeblich Ungleichen zugunsten einer deutschen Nationalökonomisierung herhalten kann. An dieser Stelle wird ein zwiespältiges Verhältnis zum Kapitalismus sichtbar, welches bis heute in der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft verankert zu sein scheint: Einer brachialen Überstülpung der kapitalistischen Wirtschaftsordnung über die konstruierten „Naturnahen“ und „Unzivilisierten“ liegt die Bejahung der Herrschaft des Kapitals zugrunde. Hingegen entsprechen die antisemitische Imagination und Bekämpfung „höherwertigen“ Lebens sowie übernatürlicher Macht paradoxer Weise einer (vermeintlichen) Auflehnung gegen den Kapitalismus, in der vermeintliche Drahtzieher erkannt und für ihre Untaten bestraft werden sollen. Verzweifelt gilt es, Verursacher für das Krisenhafte und die eigene Misere (und damit die Misere der konstruierten Einheit) zu entlarven. Der Massenmord an den Juden im Nationalsozialismus kann hierbei als Höhepunkt der Kompensation eines missglückten Gleichheitsversprechens interpretiert werden: Die bürgerlich-kapitalistischen Subjekte, welche ihre Arbeitskraft zu Markte tragen, verschmelzen im Staat, der Treuhand des Kapitals und der Arbeit, zur Volksgemeinschaft.(13) Im Griff nach der Weltmacht, vereint im Konstrukt des narzisstischen Kollektivs und gleichgültig gegenüber dem Individuum, folgt diese Volksgemeinschaft einerseits rationalen Verwertungslogiken, andererseits irrationalen Ängsten verdinglichten Ursprungs sowie psychosozialen Sehnsüchten. So sollte mit der wahnhaften Auslöschung der Juden als angebliche Drahtzieher der Krise die Hemmnisse zugunsten einer krisenfreien Produktion beseitigt werden und die Entfaltung der rassischen Gleichheit in der Nation ungestört sich vollziehen; jedoch stellt die „Endlösung“ selbst einen deutlichen Bruch mit der Rationalität kapitalistischer Verwertungslogik dar. Das Feindbild der RassistInnen in der Gegenwart Auch wenn die Einteilung der Menschen in Rassen, basierend auf biologischen Kriterien seit 1945 weitgehend ausgedient hat, so hat die Funktion des Rassismus als Alltagsreligion, die sich des Synkretismus bedient, nicht an Aktualität eingebüßt. Die pluralen Lebensweisen der kapitalistischen Gesellschaft des 21. Jahrhundert machen jedoch auch die rassistischen Kulissen flexibler und subtiler. „Die demokratischen Staatsbürgerinnen und -bürger sind heute Rassisten und Rassistinnen, ohne dass sie sich als solche diffamieren lassen müssten.“(14) Mit Hilfe der kritischen Theorie, die die Zerrissenheit des bürgerlichen Subjekts konstatiert, sollen hier jedoch einige Kontinuitäten des rassistischen Ausschlusses erklärt werden. Die Abgrenzung gegen Andere findet heute ihren Ausdruck in der Konstruktion der praktizierten, kulturellen Differenz, was bereits oben durch den angeführten Begriff des Neorassismus (Taguieff und Balibar) thematisiert wurde. In der positiven Betonung der Einzigartigkeit der verschiedenen Kulturen liegt vor allem die Chance zur Aufwertung der eigenen Kultur, aus der schließlich auch das Subjekt seine Identität gewinnt. Es gilt ferner, die eigene Gemeinschaft vor der Vermischung mit anderen Kulturen zu bewahren. Wo der Kapitalismus die Individuen als Ware Arbeitskraft gleichmacht, ist die Kultur dem Individuum der Rettungsanker. Wie in seiner ökonomischen Charaktermaske ist der Einzelne auch in der Kultur nicht mehr ein eigenständiges, einzigartiges Individuum, sondern kulturell bestimmt und geprägt. Heute ist es die Kultur, die den Ausschluss und die Benachteiligung bestimmter Gruppen legitimiert.(15) So soll der Sozialstaat nicht die Existenz aller sichern, die gerade unproduktiv um ihre Existenz bangen müssen, sondern nur jene, die Teil der Mehrheitsgesellschaft und damit der Elite sind. In der kulturellen Blase lässt sich die eigene Existenzangst gut kompensieren, indem sie das Ticket zum Sozialstaat ermöglicht und einige KonkurrentInnen rausfliegen. Spiegelbildlich zu diesen rationalen Überlegungen lässt das Kulturelle rein irrationale Abwertungen des „Anderen“ zu. „Ausländer“ sind in dieser Logik stets selbst schuld an ihrer schweren Lage. Sie sind einerseits eine gefürchtete Konkurrenz, indem sie etwa dem arbeitslosen Deutschen die Arbeit „wegnehmen“. Andererseits gelten sie als „faule“ Personifikation des Lustprinzips und „liegen dem fleißig arbeitenden Deutschen auf der Tasche“. Dass sie die Konkurrenz verkörpern und gleichzeitig als „Faulenzer“ außerhalb eben dieser Konkurrenz der arbeitsamen Deutschen verortet werden, macht die Beliebigkeit und Inkonsistenz des rassistischen Denkgebäudes besonders deutlich. Von welchen Kulturen sich stärker abgegrenzt wird, hat verschiedene Ursachen und muss im historischen Kontext betrachtet werden. Verallgemeinernd lässt sich sagen, dass Rassismus sich vor allem gegen jene wendet, die nicht in das herrschende und konstruierte Idealbild der bürgerlichen Gesellschaft gehören . (Und hier spielt letztlich doch die phänotypische Erscheinung eine entscheidende Rolle, denn wer hat schon was gegen Weiße aus Dänemark einzuwenden?) Dieses herrschende Idealbild orientiert sich u.a. am Fortschrittsglauben von Arbeit und Staat, welcher sich im Übergang zur bürgerlichen Gesellschaft festigte. Die Konsequenz daraus ist, dass man sich negativ auf all jene bezieht, die am bürgerlichen Fortschritt keinen Anteil haben (sollen). So gelten Schwarze immer noch als Inbegriff des Rückschritts, auch wenn sie auf vielen Ebenen unter den gleichen Lebensbedingungen arbeiten, mit den gleichen alltäglichen Problemen konfrontiert sind und denselben gesellschaftlichen Verkehrsformen gegenüberstehen. Der jahrelange Ausschluss jedoch hinterlässt im Bewusstsein seine Spuren: „Die unterschiedlichen Hautfarben signalisieren dem Alltagsbewusstsein eine ehemals äußere Ordnung der Arbeit, die verinnerlicht werden musste.“(16) Anders gesagt: Auch der schwarze Geschäftsmann wird assoziiert mit dem Sklaven, der zu lange die niedrigste Stufe in der gesellschaftlichen Ordnung einnahm. Das bürgerliche Subjekt muss sich Gewalt antun, um sich in eine verwertbare Form zu bringen – das heißt, die Unterdrückung seiner ersten Natur erträgt es, in dem es etwa Schwarze auf die erste Natur reduzieren kann. Sie vergegenwärtigen ferner eine romantische Sehnsucht des bürgerlichen Subjekts nach der Versöhnung mit der eigenen Natur. Im Sinne der kritischen Theorie ist also die real gewordene kulturelle (bzw. nationale) Differenz zwischen den Menschen in dialektischer Beziehung zur abstrakten Gleichheit zu verstehen, die aus der negativen Vergesellschaftung hervorgeht. Durch Ausschluss konkreter Gruppen aus der Gemeinschaft kann der Einzelne sich als Teil der Mehrheitsgesellschaft fühlen und damit sein Selbstwertgefühl gehörig aufbessern. Rassismus wird oft reduziert, wenn er lediglich als Erklärung für die Gewalt gegen „Ausländer“ herhalten muss. Das konstituierende Moment der rassistischen Ideologie ist jedoch nicht die Gewalt, sondern das vereinheitlichte Bewusstsein einer homogenen Gesellschaft, die den Feind bereits vor der Tat determiniert hat. Der Unterschied zwischen rechten GewalttäterInnen und dem Arbeiter, der sich in der Kantine lieber nicht mit seinen türkischen KollegInnen an einen Tisch setzt, ist ein gradueller, kein prinzipieller. Was Adorno über den Nationalismus gesagt hat, gilt auch für den Rassismus: „Unaufhaltsam ist die Dynamik des angeblich gesunden Nationalgefühls zum überwertigen, weil die Unwahrheit in der Identifikation der Person mit dem irrationalen Zusammenhang von Natur und Gesellschaft wurzelt, in dem die Person zufällig sich findet.“(17) Fazit: Die Kritik am Rassismus als notwendiger Teil einer Kapitalismuskritik Es reicht nicht aus, die Formen des Rassismus zu analysieren, sie auszudifferenzieren oder sie in Ideologietheorien hineinzupressen. Weder ergeben sich daraus zwingend brauchbare antirassistische Praxen, noch kann sich dadurch jeder Antirassismus auf brauchbare Kritiken stützen. Bleiben bei der Analyse der Ideologie die Wurzeln für rassistisches Denken und Handeln unter der Oberfläche, so läuft folglich auch der Antirassismus ins Leere. Im Gewand des Multikulturalismus spielt er gar dem modernen Rassismus in die Hände, reproduziert eher seine Kategorien, statt sich gegen seine Konstruktionen zu stellen. Wissenschaftliche Zurückführungen rassistischer Praktiken auf angeblich tief verankerte, kulturelle Wurzeln oder geistige Traditionen geben der Ideologie den Anschein eines intellektuellen Hintergrunds, welches die Ideologie selbst, spätestens in Anbetracht ihrer Gleichgültigkeit gegenüber dem Individuum, gar nicht verdient hat. Ideologietheorien lassen den Rassismus zuweilen in positivistischer Art als ein in der Gesellschaft verankertes Prinzip erscheinen und bleiben ferner bei der Erkenntnis stehen, dass er sich im Zuge der Aufklärung universalisierte. Sie bestätigen in dieser Weise lediglich dessen Existenz, ohne zwingend eine Kritik an ihm geäußert zu haben. Kritik an der Ideologie ist erst möglich, wenn man den Rassismus als einen Feind jener universalistischen Werte entlarvt, welche die Aufklärung mit sich brachte. „Rassismus kann nicht bekämpfen, wer zur Aufklärung sich zweideutig verhält.“(18) Es gilt, die Freiheit und Gleichheit durch die herrschaftsdurchdrungenen Seiten der Aufklärung hindurch zu retten, ohne dem Fortschritt dabei eine Absage zu erteilen. Dass die Idee der bürgerlich liberalen Gleichheit unter dem Diktat des Kapitals an ihrer Substanz verloren hat, muss wiederum nicht zwingend bedeuten, dass eine Notwendigkeit rassistischen Denkens und Handelns besteht. Rassismus ist weder eine anthropologische Konstante, noch entspringt er allein ökonomischen und politischen Strukturen. Vielmehr ist er im Sinne der kritischen Theorie als Resultat der Subjektkonstituierung in den verdinglichten Verhältnissen zu begreifen. Demnach gibt es in jeder Person etwas psychisch real bestehendes, was die Anknüpfung derartiger Denkweisen innerhalb der herrschenden Verhältnisse ermöglicht. Und auch dabei gilt es, sich nicht in den Fängen einer Ideologietheorie zu verlieren, in der die psychische Disposition der RassistInnen naturalisiert wird.(19) Der rassistischen Ideologie kann kritisch entgegengetreten werden, indem die eigene Identität und das Verhältnis von Kapital und Staat kritisch reflektiert wird. Das standhafte Fortleben rassistischen Denkens und Handelns ist eine Folge der bestehenden, widersprüchlichen Verhältnisse sowie der abstrakten Gleichheit im Kapitalismus. Es besteht daher eine zwingende Notwendigkeit, die Kritik an der Ideologie als Teil einer umfassenden Kapitalismuskritik zu formulieren. Ohne Ideologiekritik, die auf Gesellschaftsveränderung abzielt, ist auch eine Kritik am Rassismus nicht zu leisten. Abschließend ist zu sagen: „Für Rassismus als Ideologie gibt es keine Rechtfertigung, denn jegliche rassistische Ideologie ist [bereits] eine Rechtfertigung, die mögliche Autonomie eines anderen Menschen nicht anzuerkennen, sondern in Wort und Tat zu verletzen.“(20) Dies muss bei der Betrachtung und Verwendung hervorgegangener Rassismustheorien umsichtig beachtet werden. LExil R wie Rassismustheorie
Teil 2
In der vorherigen Ausgabe (#168) wurden aus der Mannigfaltigkeit existierender Erklärungsansätze bezüglich des Phänomens Rassismus drei markante Theorieschulen extrahiert und näher betrachtet. Die Erläuterungen zum differentialistischen Rassismus, von uns repräsentiert durch Balibar und Taguieff, sowie die Herleitung des Rassismus aus ökonomischen und politischen Strukturen in ihrer Historizität (Miles) liefern entscheidende Anknüpfungspunkte für große Teile der antirassistisch motivierten Literatur. Die von uns in diesem Zusammenhang bereits geleistete Kritik der Anthropologisierung des Subjekts in einer Rassismustheorie, die ohne eine Einbettung in die kapitalistischen Verhältnisse auskommt, sowie die Kritik einer Rationalisierung rassistischer Ideologie in Anbetracht der herrschenden Produktionsverhältnisse, möchten wir auch im vorliegenden Teil noch einmal aufgreifen. Sie führte uns im ersten Teil auf die Fährte der kritischen Theorie sowie der Fetischkritik, wobei psychosoziale und ökonomische Faktoren in der Erklärung fusionieren und vom Standpunkt einer emanzipatorischen Gesellschaftskritik betrachtet werden. Die Kritik am Phänomen Rassismus gestaltete sich demnach notwendig als Teil einer Kapitalismuskritik. Im Folgenden soll dies anhand einer historisch übergreifenden Darstellung der Entwicklung und Weiterentwicklung rassistischer Denkmuster vom Nationalsozialismus zum Rassismus der Gegenwart noch einmal unterstrichen werden, bevor ein kritisches Fazit aus den vorgestellten Ansätzen gezogen wird.

Rassismus der Rassen – Die Genese des nationalsozialistischen Rassismus

In Nazideutschland wurde die Massentauglichkeit und Brutalität einer rassistischen und antisemitischen Gedankenwelt erschreckend deutlich. Der Rassismus ist zwar keine deutsche Erfindung, jedoch beschränkte sich die Verwendung des Wortes Rassismus lange Zeit auf den nationalsozialistischen Kontext.(1) Bis heute ist die Vorstellung von dem, was Rassismus sei, unmittelbar an die nationalsozialistische Praxis der Verfolgung und Massenvernichtung gebunden. Eine Einbindung in das Thema Rassismustheorie ist deshalb ratsam. Die antirassistische Literatur bietet hierzu einerseits rein rationale Erklärungsmuster für die Genese und Auswirkung eines spezifisch deutschen Rassismus. So werden etwa Techniken der nationalsozialistischen Ideenwelt in Verbindung mit den macht- und bevölkerungspolitischen Konstellationen des 19. Jahrhunderts analysiert. Spiegelbildlich dazu existiert die Tendenz zur völligen Irrationalisierung und Mystifizierung des Bösen. Wird das Unglaubliche jedoch in der Ecke des Unerklärbaren abgestellt, so ist es auch um die Aufarbeitung der Vergangenheit geschehen. Um den analytischen Blick nicht einzugrenzen, sollte man sich weder auf die eine noch die andere Argumentationslinie versteifen.
Auch in dem vorliegenden Versuch, die spezifische Form des nationalsozialistischen Rassismus in die Genese des Rassismus (und ferner der Rassismustheorien) einzubinden, soll dies berücksichtigt werden. Um hierbei auch die gemeinsamen Ursprünge von Rassismus und Antisemitismus sichtbar zu machen und gleichzeitig an einer Trennung festzuhalten, sollen im Folgenden beide Ideologien aufgegriffen werden. Für die Ergründung des Phänomens Rassismus gilt, was auch für den Antisemitismus gelten muss: „Die bündig rationalen, ökonomischen und politischen Erklärungen und Gegenargumente – so Richtiges sie immer bezeichnen – vermögen es [die Erkenntnis; LExil] nicht, denn die mit Herrschaft verknüpfte Rationalität liegt selbst auf dem Grunde des Leidens.“(2) Eine zusätzliche Wendung aufs Subjekt, ist ergo angebracht, wenn eine brauchbare Kritik am Rassismus geleistet werden soll. In der folgenden Darstellung des nationalsozialistischen Rassismus sollen deshalb historische Prozesse mit Ansätzen der Freudschen Entwicklungstheorie sowie wertkritischen Elementen der kritischen Theorie in Verbindung gebracht werden.

Rassismus als Alltagsreligion

Die Lehre der Rasseideologie des 19. Jahrhunderts fand Zuspruch durch den Wissenschaftsglauben einer sich modernisierenden und technologisierenden Gesellschaft, in der Fortschritt überwiegend aus neuen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen generiert wurde. An dieses Grundvertrauen knüpfte die pseudowissenschaftliche Scharlatanerie in Form der Rassenbiologie und Eugenik an. Der Glaube, die Welt sei eine in Rassen einzuteilende, gipfelte schließlich in dem Versuch der Umsetzung einer nationalsozialistischen Utopie der „rassischen Homogenität“. Es war im Sinne der NationalsozialistInnen, die Fusion der Populärwissenschaften mit den alltäglichen Vorurteilsstrukturen der Gesellschaft voranzubringen, denn „rassische Homogenität“ war nur mittels einer gesamtgesellschaftlich verwertbaren Praxis der „Rassenhygiene“ zu erreichen. Um nun aus den unscharfen Vorstellungen bestimmter Unterschiede einen absoluten Unterschied auszuformen und die „Rassenreinheit“ methodisch zu pflegen, bediente sich die nationalsozialistische Ideologie der Technik des gewollten Verwischens gesellschaftlicher Rassismen. Detlev Claussen verwendet in Bezug auf den Rassismus deshalb den Begriff des „Synkretismus“, welcher ursprünglich eine Verschmelzung von Ideen oder Philosophien zu einem neuen System oder Weltbild beschreibt. Er konstatiert schließlich: „Alle Rassismen sind Synkretismen: Sie wollen die differentia specifica, den bestimmten Unterschied, durch den etwas erklärt und begriffen werden kann, gar nicht wissen.“(3) So hieß es in einem Beiblatt des Völkischen Beobachters vom 1.Mai 1930: „Die Rassenbiologie und Rassenhygiene ist keine Wissenschaft nur für Gelehrte, sondern muß Gemeingut des Volkes werden, wenn es mit Deutschland wieder aufwärts gehen soll. In einem nationalsozialistischen Staate wird nur derjenige ein Recht auf Nachkommenschaft haben, der körperlich und geistig vollständig gesund ist.“(4)
Rassetheoretiker wie Arthur de Gobineau boten der ausgefeilten Lehre biologistisch katalogisierter Rassen sowie dem eifrigen Aufnahmevermögen der Masse, die geisteswissenschaftlich konzipierte Basis des Mythos von in sich homogenen Rassen. Sprachlichen Verwandtschaftslinien germanischer, keltischer, romanischer, indischer sowie indo-europäischer Sprachen wurden vermeintlich biologische Verwandtschaftsmerkmale hinzu halluziniert, woraus die Idee der einheitlichen Vorfahren entsprang. Ferner wurden charakterliche Eigenschaften abgeleitet, wobei der Rassismus hierbei zur Abwertung der Rassifizierten tendierte und der Antisemitismus von einer Übermacht der Juden ausging.(5)
Die „Qualität“ des pseudowissenschaftlichen Rassismus, der sich gerade in Nazideutschland so rigoros etablieren konnte, lag also in seiner Offenheit und Konformität mit dem Weltbild und Wissenschaftsglauben des 19. Jahrhunderts. Die neue, sinngebende Vereinheitlichung des rassistisch geprägten Bewusstseins formte sich schließlich zu einer Art Religionsersatz aus. Claussen spricht hierbei von der „Alltagsreligion“ des Rassismus.(6) Es ging der Alltagsreligion zunächst eben nicht ausschließlich um eine Abwertung, sondern vorerst um die vollständige Biologisierung des Sozialen. Auf Stichhaltigkeit verzichtend und flexibel fortwuchernd, verbreitete sich die Wahrnehmung der Welt als eine in Rassen und Kulturkreisen einzuteilende. Dieser neue Glaube diente als universelles Werkzeug zum scheinbaren Verstehen und Handhaben der sich mannigfaltig gestaltenden Verhältnisse. In der totalitären Ideologie des Nationalsozialismus hielt die Ersatzreligion gar als Legitimation für den programmatischen Massenmord her.

Bedürfnis zur homogenen Masse

Was aber prägt das primäre Bedürfnis der Aufnahme rassistischer Denkmuster durch die Subjekte? Entgegen der primitiven Behauptung, die deutsche Bevölkerung sei den Versuchungen einer nationalsozialistischen Elite auf den Leim gegangen und hätte dafür bitter zahlen müssen(7), gilt es, Erklärungsansätze für die Bereitschaft zur rassistischen Weltanschauung abzuleiten. Anstelle des relativistischen Bildes einer instrumentell-diktatorischen Herrschaft soll möglichst eine umfassende Genese der totalitären Ideologie erklärbar werden. Freuds psychoanalytische Entwicklungstheorie liefert wichtige Anhaltspunkte zur Ontogenese des ideologischen Subjekts, aus der sich Quellen des Wunsches nach einer Einheit in der „Rasse“ ableiten lassen. Es soll ein kurzer (und sehr vereinfachter) Einblick gewährt werden:
Mit der frühkindlichen Phase des Erkennens der eigenen Geschlechtlichkeit geht eine abschließende (psychische) Trennung vom Liebesobjekt Mutter einher. Das Wesen ist nun ein auf sich allein gestelltes, wobei die Sehnsucht nach jener früheren Phase der gefühlten Einheit und Ganzheit bestehen bleibt. Der Wunsch nach der Einheit mit der Mutter weicht der gesellschaftlich definierten Form von Sexualität. Im realen Leben (der kapitalistisch patriarchalen Arbeitsgesellschaft) gilt es jedoch, auf seinen Trieb zu verzichten.(8) Das gezügelte Subjekt wird gesellschaftsfähig, bewahrt jedoch zeit seines Lebens das Gefühl der Sehnsucht.(9) In der versuchten Kompensation dieses Gefühls liegt eine potentielle Quelle der psychodynamischen Herausbildung rassistischer Denkweisen: „Der einstmals gefühlte Zustand soll im realen Leben durch die Bindung an rigide Gemeinschaften und Denkweisen realisiert werden. … Daher der Wunsch der Rassisten nach Verschmelzung mit der eigenen ‚Rasse`, dem eigenen ‚Volk`, daher die zentrale Bedeutung von ‚Blut`, ‚Volk` und ‚Boden` im rassistischen Denken.“(10) Das Bedürfnis zur homogenen Masse zu verschmelzen ist es, das dem Rassismus als Alltagsreligion den Nährboden liefert. Die Freudsche Alternative des Erlöses des angestauten, libidinösen Triebes durch Aggression bietet weitere Erklärungshinweise für die Gewaltherrschaft. Für den Nationalsozialismus ließe sich daraus ableiten, dass der individuelle Triebverzicht in eine totalitäre Einheit mündete, in welcher die Kompensation in Form destruktiver, aggressiver und roher Gewalt gegenüber allem „Volksfremden“ sich legitim ausgestalten konnte. „Der Vorteil eines kleineren Kulturkreises, daß er dem Trieb einen Ausweg an der Befeindung der Außenstehenden gestattet, ist nicht geringzuschätzen. Es ist immer möglich, eine größere Menge von Menschen in Liebe aneinander zu binden, wenn nur andere für die Äußerung der Aggression übrigbleiben.“(11) Die Barbarei ist nun nicht mehr als ein Produkt der Zivilisation selbst.
Bleibt zu erwähnen, dass diese Perspektive allein die Behauptung zuließe, die Aggressionen der Nationalsozialisten hätten sich auch überall anders ausbilden können. Auch der Unterschied zwischen Antisemitismus und Rassismus bleibt außen vor. Würde man lediglich Freuds Überlegungen zur Ergründung des Phänomens Rassismus heranziehen, so würde sich aus den rein psychoanalytischen Erklärungsansätzen eben jene Anthropologisierung vollziehen, die wir an anderen Rassismustheorien beobachten und kritisieren. Im Sinne einer kritisch theoretischen Einbindung des historisch spezifischen, nationalsozialistischen Rassismus in die Genese rassistischer Denkmuster sollen die historischen und psychodynamischen Betrachtungen durch wertkritische erweitert werden, um radikale Kritik zu ermöglichen.

Die Kompensation eines missglückten Gleichheitsversprechens

Mit der Freudschen Interpretation zur Sehnsucht nach Einheit lässt sich der Kreis zur wertkritischen Auseinandersetzung schließen, in der der Kampf der Subjekte gegen die Vereinzelung in den verdinglichten Verhältnissen durch die Erschaffung einer Identität im narzisstischen Kollektiv, die Konstruktion einer Einheit (vermeintlich) kompensiert wird. Wie bereits erläutert, generiert die Trennung von Natur und Subjekt einen Mythos, in der die verdinglichten Verhältnisse als natürlich gegeben erscheinen. Der kritischen Theorie haben wir hieraus bereits im ersten Teil unserer Einführung einen Verständnisansatz zur Bereitschaft rassistischer und antisemitischer Weltanschauung entnommen, der sich nun auf die spezifische Betrachtung des Nationalsozialismus übertragen lässt: In der Benennung von „unwertem Leben“ liegt die Chance der Kompensation einer Angst, vor den Augen der wertschaffenden „Volksgenossen“ in die Unwertigkeit abzurutschen.(12) Gleichzeitig dient der Rassismus aber auch den Erfordernissen der Herrschaft in funktionaler Weise, in dem der Ausschluss des angeblich Ungleichen zugunsten einer deutschen Nationalökonomisierung herhalten kann. An dieser Stelle wird ein zwiespältiges Verhältnis zum Kapitalismus sichtbar, welches bis heute in der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft verankert zu sein scheint: Einer brachialen Überstülpung der kapitalistischen Wirtschaftsordnung über die konstruierten „Naturnahen“ und „Unzivilisierten“ liegt die Bejahung der Herrschaft des Kapitals zugrunde. Hingegen entsprechen die antisemitische Imagination und Bekämpfung „höherwertigen“ Lebens sowie übernatürlicher Macht paradoxer Weise einer (vermeintlichen) Auflehnung gegen den Kapitalismus, in der vermeintliche Drahtzieher erkannt und für ihre Untaten bestraft werden sollen. Verzweifelt gilt es, Verursacher für das Krisenhafte und die eigene Misere (und damit die Misere der konstruierten Einheit) zu entlarven. Der Massenmord an den Juden im Nationalsozialismus kann hierbei als Höhepunkt der Kompensation eines missglückten Gleichheitsversprechens interpretiert werden: Die bürgerlich-kapitalistischen Subjekte, welche ihre Arbeitskraft zu Markte tragen, verschmelzen im Staat, der Treuhand des Kapitals und der Arbeit, zur Volksgemeinschaft.(13) Im Griff nach der Weltmacht, vereint im Konstrukt des narzisstischen Kollektivs und gleichgültig gegenüber dem Individuum, folgt diese Volksgemeinschaft einerseits rationalen Verwertungslogiken, andererseits irrationalen Ängsten verdinglichten Ursprungs sowie psychosozialen Sehnsüchten. So sollte mit der wahnhaften Auslöschung der Juden als angebliche Drahtzieher der Krise die Hemmnisse zugunsten einer krisenfreien Produktion beseitigt werden und die Entfaltung der rassischen Gleichheit in der Nation ungestört sich vollziehen; jedoch stellt die „Endlösung“ selbst einen deutlichen Bruch mit der Rationalität kapitalistischer Verwertungslogik dar.

Das Feindbild der RassistInnen in der Gegenwart

Auch wenn die Einteilung der Menschen in Rassen, basierend auf biologischen Kriterien seit 1945 weitgehend ausgedient hat, so hat die Funktion des Rassismus als Alltagsreligion, die sich des Synkretismus bedient, nicht an Aktualität eingebüßt. Die pluralen Lebensweisen der kapitalistischen Gesellschaft des 21. Jahrhundert machen jedoch auch die rassistischen Kulissen flexibler und subtiler. „Die demokratischen Staatsbürgerinnen und -bürger sind heute Rassisten und Rassistinnen, ohne dass sie sich als solche diffamieren lassen müssten.“(14) Mit Hilfe der kritischen Theorie, die die Zerrissenheit des bürgerlichen Subjekts konstatiert, sollen hier jedoch einige Kontinuitäten des rassistischen Ausschlusses erklärt werden.
Die Abgrenzung gegen Andere findet heute ihren Ausdruck in der Konstruktion der praktizierten, kulturellen Differenz, was bereits oben durch den angeführten Begriff des Neorassismus (Taguieff und Balibar) thematisiert wurde. In der positiven Betonung der Einzigartigkeit der verschiedenen Kulturen liegt vor allem die Chance zur Aufwertung der eigenen Kultur, aus der schließlich auch das Subjekt seine Identität gewinnt. Es gilt ferner, die eigene Gemeinschaft vor der Vermischung mit anderen Kulturen zu bewahren. Wo der Kapitalismus die Individuen als Ware Arbeitskraft gleichmacht, ist die Kultur dem Individuum der Rettungsanker. Wie in seiner ökonomischen Charaktermaske ist der Einzelne auch in der Kultur nicht mehr ein eigenständiges, einzigartiges Individuum, sondern kulturell bestimmt und geprägt. Heute ist es die Kultur, die den Ausschluss und die Benachteiligung bestimmter Gruppen legitimiert.(15) So soll der Sozialstaat nicht die Existenz aller sichern, die gerade unproduktiv um ihre Existenz bangen müssen, sondern nur jene, die Teil der Mehrheitsgesellschaft und damit der Elite sind. In der kulturellen Blase lässt sich die eigene Existenzangst gut kompensieren, indem sie das Ticket zum Sozialstaat ermöglicht und einige KonkurrentInnen rausfliegen. Spiegelbildlich zu diesen rationalen Überlegungen lässt das Kulturelle rein irrationale Abwertungen des „Anderen“ zu. „Ausländer“ sind in dieser Logik stets selbst schuld an ihrer schweren Lage. Sie sind einerseits eine gefürchtete Konkurrenz, indem sie etwa dem arbeitslosen Deutschen die Arbeit „wegnehmen“. Andererseits gelten sie als „faule“ Personifikation des Lustprinzips und „liegen dem fleißig arbeitenden Deutschen auf der Tasche“. Dass sie die Konkurrenz verkörpern und gleichzeitig als „Faulenzer“ außerhalb eben dieser Konkurrenz der arbeitsamen Deutschen verortet werden, macht die Beliebigkeit und Inkonsistenz des rassistischen Denkgebäudes besonders deutlich.
Von welchen Kulturen sich stärker abgegrenzt wird, hat verschiedene Ursachen und muss im historischen Kontext betrachtet werden. Verallgemeinernd lässt sich sagen, dass Rassismus sich vor allem gegen jene wendet, die nicht in das herrschende und konstruierte Idealbild der bürgerlichen Gesellschaft gehören . (Und hier spielt letztlich doch die phänotypische Erscheinung eine entscheidende Rolle, denn wer hat schon was gegen Weiße aus Dänemark einzuwenden?) Dieses herrschende Idealbild orientiert sich u.a. am Fortschrittsglauben von Arbeit und Staat, welcher sich im Übergang zur bürgerlichen Gesellschaft festigte. Die Konsequenz daraus ist, dass man sich negativ auf all jene bezieht, die am bürgerlichen Fortschritt keinen Anteil haben (sollen). So gelten Schwarze immer noch als Inbegriff des Rückschritts, auch wenn sie auf vielen Ebenen unter den gleichen Lebensbedingungen arbeiten, mit den gleichen alltäglichen Problemen konfrontiert sind und denselben gesellschaftlichen Verkehrsformen gegenüberstehen. Der jahrelange Ausschluss jedoch hinterlässt im Bewusstsein seine Spuren: „Die unterschiedlichen Hautfarben signalisieren dem Alltagsbewusstsein eine ehemals äußere Ordnung der Arbeit, die verinnerlicht werden musste.“(16) Anders gesagt: Auch der schwarze Geschäftsmann wird assoziiert mit dem Sklaven, der zu lange die niedrigste Stufe in der gesellschaftlichen Ordnung einnahm. Das bürgerliche Subjekt muss sich Gewalt antun, um sich in eine verwertbare Form zu bringen – das heißt, die Unterdrückung seiner ersten Natur erträgt es, in dem es etwa Schwarze auf die erste Natur reduzieren kann. Sie vergegenwärtigen ferner eine romantische Sehnsucht des bürgerlichen Subjekts nach der Versöhnung mit der eigenen Natur.
Im Sinne der kritischen Theorie ist also die real gewordene kulturelle (bzw. nationale) Differenz zwischen den Menschen in dialektischer Beziehung zur abstrakten Gleichheit zu verstehen, die aus der negativen Vergesellschaftung hervorgeht. Durch Ausschluss konkreter Gruppen aus der Gemeinschaft kann der Einzelne sich als Teil der Mehrheitsgesellschaft fühlen und damit sein Selbstwertgefühl gehörig aufbessern. Rassismus wird oft reduziert, wenn er lediglich als Erklärung für die Gewalt gegen „Ausländer“ herhalten muss. Das konstituierende Moment der rassistischen Ideologie ist jedoch nicht die Gewalt, sondern das vereinheitlichte Bewusstsein einer homogenen Gesellschaft, die den Feind bereits vor der Tat determiniert hat. Der Unterschied zwischen rechten GewalttäterInnen und dem Arbeiter, der sich in der Kantine lieber nicht mit seinen türkischen KollegInnen an einen Tisch setzt, ist ein gradueller, kein prinzipieller. Was Adorno über den Nationalismus gesagt hat, gilt auch für den Rassismus: „Unaufhaltsam ist die Dynamik des angeblich gesunden Nationalgefühls zum überwertigen, weil die Unwahrheit in der Identifikation der Person mit dem irrationalen Zusammenhang von Natur und Gesellschaft wurzelt, in dem die Person zufällig sich findet.“(17)

Fazit: Die Kritik am Rassismus als notwendiger Teil einer Kapitalismuskritik

Es reicht nicht aus, die Formen des Rassismus zu analysieren, sie auszudifferenzieren oder sie in Ideologietheorien hineinzupressen. Weder ergeben sich daraus zwingend brauchbare antirassistische Praxen, noch kann sich dadurch jeder Antirassismus auf brauchbare Kritiken stützen. Bleiben bei der Analyse der Ideologie die Wurzeln für rassistisches Denken und Handeln unter der Oberfläche, so läuft folglich auch der Antirassismus ins Leere. Im Gewand des Multikulturalismus spielt er gar dem modernen Rassismus in die Hände, reproduziert eher seine Kategorien, statt sich gegen seine Konstruktionen zu stellen. Wissenschaftliche Zurückführungen rassistischer Praktiken auf angeblich tief verankerte, kulturelle Wurzeln oder geistige Traditionen geben der Ideologie den Anschein eines intellektuellen Hintergrunds, welches die Ideologie selbst, spätestens in Anbetracht ihrer Gleichgültigkeit gegenüber dem Individuum, gar nicht verdient hat. Ideologietheorien lassen den Rassismus zuweilen in positivistischer Art als ein in der Gesellschaft verankertes Prinzip erscheinen und bleiben ferner bei der Erkenntnis stehen, dass er sich im Zuge der Aufklärung universalisierte. Sie bestätigen in dieser Weise lediglich dessen Existenz, ohne zwingend eine Kritik an ihm geäußert zu haben. Kritik an der Ideologie ist erst möglich, wenn man den Rassismus als einen Feind jener universalistischen Werte entlarvt, welche die Aufklärung mit sich brachte. „Rassismus kann nicht bekämpfen, wer zur Aufklärung sich zweideutig verhält.“(18) Es gilt, die Freiheit und Gleichheit durch die herrschaftsdurchdrungenen Seiten der Aufklärung hindurch zu retten, ohne dem Fortschritt dabei eine Absage zu erteilen. Dass die Idee der bürgerlich liberalen Gleichheit unter dem Diktat des Kapitals an ihrer Substanz verloren hat, muss wiederum nicht zwingend bedeuten, dass eine Notwendigkeit rassistischen Denkens und Handelns besteht. Rassismus ist weder eine anthropologische Konstante, noch entspringt er allein ökonomischen und politischen Strukturen. Vielmehr ist er im Sinne der kritischen Theorie als Resultat der Subjektkonstituierung in den verdinglichten Verhältnissen zu begreifen. Demnach gibt es in jeder Person etwas psychisch real bestehendes, was die Anknüpfung derartiger Denkweisen innerhalb der herrschenden Verhältnisse ermöglicht. Und auch dabei gilt es, sich nicht in den Fängen einer Ideologietheorie zu verlieren, in der die psychische Disposition der RassistInnen naturalisiert wird.(19) Der rassistischen Ideologie kann kritisch entgegengetreten werden, indem die eigene Identität und das Verhältnis von Kapital und Staat kritisch reflektiert wird. Das standhafte Fortleben rassistischen Denkens und Handelns ist eine Folge der bestehenden, widersprüchlichen Verhältnisse sowie der abstrakten Gleichheit im Kapitalismus. Es besteht daher eine zwingende Notwendigkeit, die Kritik an der Ideologie als Teil einer umfassenden Kapitalismuskritik zu formulieren. Ohne Ideologiekritik, die auf Gesellschaftsveränderung abzielt, ist auch eine Kritik am Rassismus nicht zu leisten. Abschließend ist zu sagen: „Für Rassismus als Ideologie gibt es keine Rechtfertigung, denn jegliche rassistische Ideologie ist [bereits] eine Rechtfertigung, die mögliche Autonomie eines anderen Menschen nicht anzuerkennen, sondern in Wort und Tat zu verletzen.“(20) Dies muss bei der Betrachtung und Verwendung hervorgegangener Rassismustheorien umsichtig beachtet werden.

LExil

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by: thick http://anlw.blogsport.de/2009/08/20/keine-nazis-in-den-landtag-dass-reicht-uns-nicht/#comment-30 Mon, 21 Sep 2009 20:28:01 +0000 http://anlw.blogsport.de/2009/08/20/keine-nazis-in-den-landtag-dass-reicht-uns-nicht/#comment-30 <object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/uBH8chkM-HM&hl=de&fs=1&color1=0x2b405b&color2=0x6b8ab6"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/uBH8chkM-HM&hl=de&fs=1&color1=0x2b405b&color2=0x6b8ab6" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object>

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by: whap http://anlw.blogsport.de/2009/07/21/weiterer-veranstaltungshinweis/#comment-21 Tue, 28 Jul 2009 18:47:25 +0000 http://anlw.blogsport.de/2009/07/21/weiterer-veranstaltungshinweis/#comment-21 <object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/Lhm8dgz0kN0&hl=de&fs=1&rel=0"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/Lhm8dgz0kN0&hl=de&fs=1&rel=0" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object>

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by: Erneut Ausnahmezustand an NPD-Zentrum? http://anlw.blogsport.de/2009/07/20/global-space-odyssey-2009/#comment-20 Fri, 24 Jul 2009 09:41:02 +0000 http://anlw.blogsport.de/2009/07/20/global-space-odyssey-2009/#comment-20 LVZ. 24.7.09 Offenbar weitere Neonazi-Veranstaltung am Samstag in Odermannstraße / Zeitgleich linksalternative Kundgebung Herrscht in der Lindenauer Odermannstraße am Sonnabend erneut Ausnahmezustand? Vor einer Woche gastierte im dortigen NPD-Zentrum der rechtsextreme Liedermacher Frank Rennicke (die LVZ berichtete), jetzt soll unbestätigten Informationen zufolge mit Axel Reitz eine bundesweit bekannte Größe der so genannten Freien Kameradschaften auftreten. Nicht wenige sehen darin ein enormes Sicherheitsrisiko für die Teilnehmer der Demo zur "Global Space Odyssey", die am Samstag zeitgleich auf dem Lindenauer Markt eine Zwischenkundgebung abhalten. Denn bei diesem Umzug -- die Organisatoren prognostizieren bis zu 1000 Demonstranten -- versammeln sich etliche Aktivisten aus dem linksalternativen Spektrum, die in der Vergangenheit immer wieder gegen Rechtsextreme mobil gemacht haben, unter anderem das Ladenschluss-Bündnis, welches den umstrittenen Thor-Steinar-Laden im Stadtzentrum bekämpft hatte. Sollte sich zur gleichen Zeit tatsächlich die gewaltbereite Klientel des NPD-Büros in der angrenzenden Odermannstraße treffen, wäre reichlich Konfliktpotenzial vorhanden. Zumal womöglich auch Antifa-Gruppierungen die Gelegenheit für Aktionen gegen das Neonazi-Zentrum nutzen wollen. Allerdings: Ob Reitz -- von ihm ist das Zitat überliefert, wonach politische Gegner "eines Tages auf den Marktplatz gestellt und erschossen" würden -- tatsächlich nach Leipzig kommt, darüber gibt es widersprüchliche Aussagen. "Uns ist von einer entsprechenden NPD-Veranstaltung nichts bekannt", sagte Polizeisprecher Sebastian Schmidt. "Es ist deshalb auch kein Polizeieinsatz geplant." Doris Kretschmer vom Ordnungsamt der Stadt erklärte, es habe Gespräche mit der Polizei zur Sicherheitslage am Sonnabend in Lindenau gegeben. "Es hieß, man habe Kenntnis, dass im NPD-Büro etwas vorgesehen ist, aber keine Details." Sie gehe davon aus, "dass die Polizei aufpassen wird, dass da nichts aufeinanderprallt". So wie vor einer Woche, als mindestens eine Hundertschaft der Bereitschaftspolizei sieben Stunden lang in der Odermannstraße ausgeharrt hatte. Doch außer Konzertbesuchern und Beamten wusste offenbar niemand etwas von dem Auftritt des bekannten Neonazi-Barden. Die NPD beraumt ihre Termine innerhalb der Wahlkampfoffensive unter strengster Geheimhaltung an. "Derartige Veranstaltungen in geschlossenen Gebäuden oder Grundstücken sind nicht anmeldungs- und genehmigungspflichtig", sagte Kretschmer. Frank Kimmerle von der Bürgerinitiative Plagwitz/Lindenau (BI) weiß deshalb, "dass wir nichts dagegen tun können und uns deshalb neue Wege überlegen müssen". Für das Wochenende riet er Anwohnern: "Wir rufen zur Besonnenheit auf und warnen davor, sich in Auseinandersetzungen zu begeben." Juliane Nagel vom Landesvorstand der Linken sagte, die Kundgebung auf dem Lindenauer Markt könne "als Möglichkeit des Protestes genutzt werden". F. D. LVZ. 24.7.09
Offenbar weitere Neonazi-Veranstaltung am Samstag in Odermannstraße /
Zeitgleich linksalternative Kundgebung

Herrscht in der Lindenauer Odermannstraße am Sonnabend erneut
Ausnahmezustand? Vor einer Woche gastierte im dortigen NPD-Zentrum der
rechtsextreme Liedermacher Frank Rennicke (die LVZ berichtete), jetzt
soll unbestätigten Informationen zufolge mit Axel Reitz eine bundesweit
bekannte Größe der so genannten Freien Kameradschaften auftreten. Nicht
wenige sehen darin ein enormes Sicherheitsrisiko für die Teilnehmer der
Demo zur „Global Space Odyssey“, die am Samstag zeitgleich auf dem
Lindenauer Markt eine Zwischenkundgebung abhalten.
Denn bei diesem Umzug — die Organisatoren prognostizieren bis zu 1000
Demonstranten — versammeln sich etliche Aktivisten aus dem
linksalternativen Spektrum, die in der Vergangenheit immer wieder gegen
Rechtsextreme mobil gemacht haben, unter anderem das
Ladenschluss-Bündnis, welches den umstrittenen Thor-Steinar-Laden im
Stadtzentrum bekämpft hatte. Sollte sich zur gleichen Zeit tatsächlich
die gewaltbereite Klientel des NPD-Büros in der angrenzenden
Odermannstraße treffen, wäre reichlich Konfliktpotenzial vorhanden.
Zumal womöglich auch Antifa-Gruppierungen die Gelegenheit für Aktionen
gegen das Neonazi-Zentrum nutzen wollen.
Allerdings: Ob Reitz — von ihm ist das Zitat überliefert, wonach
politische Gegner „eines Tages auf den Marktplatz gestellt und
erschossen“ würden — tatsächlich nach Leipzig kommt, darüber gibt es
widersprüchliche Aussagen. „Uns ist von einer entsprechenden
NPD-Veranstaltung nichts bekannt“, sagte Polizeisprecher Sebastian
Schmidt. „Es ist deshalb auch kein Polizeieinsatz geplant.“ Doris
Kretschmer vom Ordnungsamt der Stadt erklärte, es habe Gespräche mit der
Polizei zur Sicherheitslage am Sonnabend in Lindenau gegeben. „Es hieß,
man habe Kenntnis, dass im NPD-Büro etwas vorgesehen ist, aber keine
Details.“ Sie gehe davon aus, „dass die Polizei aufpassen wird, dass da
nichts aufeinanderprallt“.
So wie vor einer Woche, als mindestens eine Hundertschaft der
Bereitschaftspolizei sieben Stunden lang in der Odermannstraße
ausgeharrt hatte. Doch außer Konzertbesuchern und Beamten wusste
offenbar niemand etwas von dem Auftritt des bekannten Neonazi-Barden.
Die NPD beraumt ihre Termine innerhalb der Wahlkampfoffensive unter
strengster Geheimhaltung an.
„Derartige Veranstaltungen in geschlossenen Gebäuden oder Grundstücken
sind nicht anmeldungs- und genehmigungspflichtig“, sagte Kretschmer.
Frank Kimmerle von der Bürgerinitiative Plagwitz/Lindenau (BI) weiß
deshalb, „dass wir nichts dagegen tun können und uns deshalb neue Wege
überlegen müssen“. Für das Wochenende riet er Anwohnern: „Wir rufen zur
Besonnenheit auf und warnen davor, sich in Auseinandersetzungen zu
begeben.“ Juliane Nagel vom Landesvorstand der Linken sagte, die
Kundgebung auf dem Lindenauer Markt könne „als Möglichkeit des Protestes
genutzt werden“. F. D.

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by: Anonymous http://anlw.blogsport.de/2009/07/21/weiterer-veranstaltungshinweis/#comment-19 Tue, 21 Jul 2009 18:11:28 +0000 http://anlw.blogsport.de/2009/07/21/weiterer-veranstaltungshinweis/#comment-19 Jiha! Jiha!

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by: yoar http://anlw.blogsport.de/2009/07/20/global-space-odyssey-2009/#comment-18 Mon, 20 Jul 2009 15:19:53 +0000 http://anlw.blogsport.de/2009/07/20/global-space-odyssey-2009/#comment-18 by: clanmember http://anlw.blogsport.de/2009/06/24/dokumentiert/#comment-17 Tue, 14 Jul 2009 23:03:59 +0000 http://anlw.blogsport.de/2009/06/24/dokumentiert/#comment-17 Auf seinem gewohnten Weg zur Arbeit wird ein Mann mit einem System konfrontiert, in dem die Degradierung der Menschen zu Objekten zum Alltag gehört. http://www.arte.tv/de/film/Kurzschluss/184414,CmC=2708286,CmPart=com.arte-tv.www.html Auf seinem gewohnten Weg zur Arbeit wird ein Mann mit einem System konfrontiert, in dem die Degradierung der Menschen zu Objekten zum Alltag gehört.

http://www.arte.tv/de/film/Kurzschluss/184414,CmC=2708286,CmPart=com.arte-tv.www.html

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by: weiteres http://anlw.blogsport.de/2009/07/01/rock-fuer-deutschland-verhindern-infoveranstaltung-im-plaque/#comment-16 Tue, 14 Jul 2009 20:27:11 +0000 http://anlw.blogsport.de/2009/07/01/rock-fuer-deutschland-verhindern-infoveranstaltung-im-plaque/#comment-16 Die Antifaschistische Aktion Gera hat beim neonazistischen “Rock für Deutschland” Neonazis aus Deutschland, Italien, Belgien, Niederlande, Österreich, der Schweiz und anderen Ländern beobachtet. Mit 4000 Teilnehmern sei das Festival “die größte Neonaziveranstaltung nach dem zweiten Weltkrieg in Thüringen und das bundesweit größte Neonazifest nach dem Deutsche Stimme Pressefest 2006″ gewesen. http://npd-blog.info/2009/07/14/4000-npd-anhanger-beim-rock-fur-deutschland-gera-als-pilgerstatte-der-neonazis/ Die Antifaschistische Aktion Gera hat beim neonazistischen “Rock für Deutschland” Neonazis aus Deutschland, Italien, Belgien, Niederlande, Österreich, der Schweiz und anderen Ländern beobachtet. Mit 4000 Teilnehmern sei das Festival “die größte Neonaziveranstaltung nach dem zweiten Weltkrieg in Thüringen und das bundesweit größte Neonazifest nach dem Deutsche Stimme Pressefest 2006″ gewesen.

http://npd-blog.info/2009/07/14/4000-npd-anhanger-beim-rock-fur-deutschland-gera-als-pilgerstatte-der-neonazis/

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by: Dä Kommunismus http://anlw.blogsport.de/2009/07/01/rock-fuer-deutschland-verhindern-infoveranstaltung-im-plaque/#comment-15 Tue, 14 Jul 2009 08:45:19 +0000 http://anlw.blogsport.de/2009/07/01/rock-fuer-deutschland-verhindern-infoveranstaltung-im-plaque/#comment-15 4000 Neonazis in Gera!!+ 700 Gegendemonstranten+ Entsolidarisierung durch das Bürgerbündnis+ Polizei hofiert Neonazis http://de.indymedia.org/2009/07/255968.shtml http://kabelbruch.blogsport.de/ 4000 Neonazis in Gera!!+ 700 Gegendemonstranten+ Entsolidarisierung durch das Bürgerbündnis+ Polizei hofiert Neonazis

http://de.indymedia.org/2009/07/255968.shtml
http://kabelbruch.blogsport.de/

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by: Dä Kommunismus http://anlw.blogsport.de/2009/06/18/3006-antifaschistische-demonstration-nazizentren-zu-tanzschuppen/#comment-13 Thu, 25 Jun 2009 19:36:10 +0000 http://anlw.blogsport.de/2009/06/18/3006-antifaschistische-demonstration-nazizentren-zu-tanzschuppen/#comment-13 . Zum Schunkeln hier: http://emanzipationoderbarbarei.blogsport.de/2009/06/11/wenn-das-adorno-wuesste/ .
Zum Schunkeln hier: http://emanzipationoderbarbarei.blogsport.de/2009/06/11/wenn-das-adorno-wuesste/

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by: auf nach berlin http://anlw.blogsport.de/2009/05/06/veranstaltungshinweis-fuer-den-2405/#comment-9 Thu, 21 May 2009 13:35:11 +0000 http://anlw.blogsport.de/2009/05/06/veranstaltungshinweis-fuer-den-2405/#comment-9 <object width="480" height="295"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/DpCtCaqWvx0&hl=de&fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/DpCtCaqWvx0&hl=de&fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="480" height="295"></embed></object>

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by: felix http://anlw.blogsport.de/2009/03/17/2603-menschenrechtsarbeit-in-russland/#comment-4 Sun, 22 Mar 2009 07:26:11 +0000 http://anlw.blogsport.de/2009/03/17/2603-menschenrechtsarbeit-in-russland/#comment-4 moin, ist die referentin schon am mittwoch in der stadt? oder könntet ihr uns eine e-mail adresse von ihr zukommen lassen? am 25.3. ist t9 und wir würden sie gerne interviewen. felix moin,
ist die referentin schon am mittwoch in der stadt? oder könntet ihr uns eine e-mail adresse von ihr zukommen lassen? am 25.3. ist t9 und wir würden sie gerne interviewen.
felix

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by: Schreiberling http://anlw.blogsport.de/2009/03/17/2603-menschenrechtsarbeit-in-russland/#comment-3 Sat, 21 Mar 2009 10:23:57 +0000 http://anlw.blogsport.de/2009/03/17/2603-menschenrechtsarbeit-in-russland/#comment-3 Jiha! Jiha!

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